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Was Raul Castro (r.) von der Kritik seines Bruders an den USA hält, ist nicht bekannt. Zu einem Treffen von Barack Obama mit Fidel Castro kam es bei dem historischen Besuch nicht.
Was Raul Castro (r.) von der Kritik seines Bruders an den USA hält, ist nicht bekannt. Zu einem Treffen von Barack Obama mit Fidel Castro kam es bei dem historischen Besuch nicht.(Foto: dpa)

Kritik nach historischem Treffen: Fidel Castro spottet über "Bruder Obama"

Der Staatsbesuch Obamas auf Kuba verläuft ohne große Turbulenzen, die Feindschaft scheint beendet. Der frühere Machthaber Fidel Castro ist anderer Meinung. In einem Kommentar übt er scharfe Kritik an Obama und warnt vor dem Vergessen.

Eine Woche nach dem historischen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Havanna hat Kubas früherer Staatschef Fidel Castro deutliche Vorbehalte gegen den einstigen Erzfeind geäußert. Kuba brauche "keine Geschenke" der USA, schrieb der 89-jährige Bruder von Präsident Raúl Castro in einem Brief mit dem Titel "Der Bruder Obama", der in der Staatszeitung "Granma" veröffentlicht wurde.

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"Dank der Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes sind wir fähig, Lebensmittel und die materiellen Reichtümer zu produzieren, die wir brauchen", schrieb der kubanische Revolutionsführer. "Wir haben keinen Bedarf, dass uns das Empire irgendwelche Geschenke macht." In dem Brief spottete Castro zudem über die "honigsüßen Worte" Obamas während seines Besuchs auf der Insel.

"Beim Hören der Worte des amerikanischen Präsidenten riskierte man, einen Infarkt zu erleiden", schrieb Castro. Er rief eine lange Reihe von Konfliktpunkten zwischen Kuba und den USA in Erinnerung und wies auf koloniale Kontinuitäten in den Beziehungen hin. Obama hatte in der vergangenen Woche in Havanna unter anderem mit einem auf Spanisch übersetzten "Yes We Can" dazu aufgerufen, die Konflikte des Kalten Krieges hinter sich zulassen und für Freiheit und Demokratie plädiert.

Ignoranz der Errungenschaften der kubanischen Revolution

Obama versuchte bei seinem Besuch Parallelen zwischen beiden Ländern aufzuzeigen und verwies auf die gemeinsame Geschichte europäischer Kolonialisierung. Beide Länder führten das Erbe versklavter sowie versklavender Menschen. Fidel Castro kommentierte diesen Vergleich in seinem Brief als Ignoranz gegenüber den Errungenschaften des kubanischen Volkes im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung seit der Revolution.

"Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er nachdenkt und nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik auszuarbeiten", schrieb Fidel Castro nun mit Blick auf Obama. Der Revolutionsführer hatte im Jahr 2006 die Macht an seinen jüngeren Bruder Raúl abgegeben. Seit Juli 2015 ist er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, doch veröffentlichen die Medien regelmäßig Fotos von ihm bei Treffen mit Politikern befreundeter Länder.

Die überraschende Ankündigung seines Bruders Raúl Ende 2014 zur Wiederaufnahme der Beziehungen mit den USA hat Fidel Castro nie öffentlich kritisiert. Doch äußerte er wiederholt sein Misstrauen gegenüber dem langjährigen Erzfeind.

Quelle: n-tv.de

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