Donnerstag, 25. Juni 2009
Sechsstellige Belohnung: Fischer macht in Gas
Der frühere Außenminister Joschka Fischer hat nach einem Bericht des "Manager-Magazin" einen Beratervertrag für das Gasprojekt Nabucco unterzeichnet. Dem Blatt zufolge soll Fischer das Vorhaben politisch und PR-mäßig vorantreiben. Der Vertrag habe eine sechsstellige Größenordnung, hieß es unter Berufung auf Insider.
Bei dem Nabucco-Projekt geht es um eine 3300 Kilometer lange Gaspipeline von Georgien beziehungsweise dem Iran aus über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Das Vorhaben ist politisch brisant, weil es die Gasversorgung Westeuropas unabhängiger von Russland machen würde. Es wird daher von der russischen Regierung mit großer Skepsis betrachtet.
Die RWE AG geht davon aus, dass ein zwischenstaatliches Abkommen zwischen den fünf Transitländern der Erdgaspipeline im Juli unterzeichnet wird. Dies sagte Neil McMillan, RWE-Chef für politische Zusammenarbeit und Strategie.
Warten auf die Türkei
RWE ist Teil des Konsortiums, das den Bau der Leitung plant. Neben RWE gehören die österreichische OMV AG, die ungarische MOL Nyrt, die rumänische Transgaz, die bulgarische Bulgargaz und Botas aus der Türkei dem Konsortium an.
Laut McMillan sind die vier westeuropäischen Partner, die gleichzeitig Transitländer sind - Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien - schon zur Unterzeichnung des Abkommens bereit. "Wir sind hoffnungsvoll, dass die Türkei im kommenden Monat zur Unterzeichnung bereit sein wird", sagte McMillan.
AFP/dj
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