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An der Grenze liegen die Nerven blank. Seit Mazedonien beschlossen hat, nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchzulassen, hat sich die Situation erheblich verschlechtert. Tausende Menschen sitzen fest.
An der Grenze liegen die Nerven blank. Seit Mazedonien beschlossen hat, nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchzulassen, hat sich die Situation erheblich verschlechtert. Tausende Menschen sitzen fest.(Foto: AP)

Aufruhr an mazedonischer Grenze: Flüchtende attackieren Hilfsorganisationen

Nachdem Mazedonien beschlossen hat, nur noch Flüchtende aus Syrien, Afghanistan und dem Irak durchzulassen, werden die Zustände an der griechisch-mazedonischen Grenze immer dramatischer. Jetzt wird aus Verzweiflung Wut.

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An der griechisch-mazedonischen Grenze hat der Tod eines Mannes die angespannte Stimmung unter den seit Tagen ausharrenden Flüchtenden weiter angeheizt. Ein Marokkaner starb, als er nach Polizeiangaben auf einen Eisenbahnwaggon stieg und dabei eine Hochspannungsleitung berührte. Wütende Landsleute trugen daraufhin die Leiche zum Grenzübergang und wurden von Beamten mit Tränengas zurückgedrängt. Außerdem stürmten aufgebrachte Flüchtlinge Zelte von Hilfsorganisationen und zerstörten Notunterkünfte.

Erst am Samstag hatte sich ein Marokkaner unter ähnlichen Umständen schwere Verbrennungen zugezogen. Viele Flüchtende nutzen die an der Grenze geparkten Züge als Unterschlupf. Die Polizei ging davon aus, dass der heute gestorbene Marokkaner aus Verzweiflung bewusst die Hochspannungsleitung berührte.

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit Tagen angespannt. Viele Flüchtende sitzen dort fest, nachdem Mazedonien am 19. November entschieden hatte, nur noch Syrer, Afghanen und Iraker durchzulassen. Der Zugverkehr zwischen Griechenland und Mazedonien ist unterbrochen, weil iranische Flüchtende aus Protest die Bahngleise im Niemandsland blockieren. Einige von ihnen haben sich aus Protest den Mund zugenäht.

"Wir sind keine Terroristen"

Die mazedonische Polizei ging mit Tränengas gegen die Menschen vor.
Die mazedonische Polizei ging mit Tränengas gegen die Menschen vor.(Foto: dpa)

"Wir sind hier seit fünf Tagen", sagte ein Marokkaner namens Mohammed. "Wir haben kein Essen und wir frieren. Warum lassen sie uns nicht durch? Sind wir keine Menschen? Wir sind keine Terroristen."

Mazedonien dient den Flüchtlingen auf der sogenannten Balkanroute als Transitland. Die Wut der Menschen darüber, an der Grenze festzusitzen, kochte nun über. Gruppen von Flüchtlingen stürmten Zelte von Hilfsorganisationen und zerstörten improvisierte Notunterkünfte, die das UN-Flüchtlingshilfswerk errichtet hatte. Helfer brachten sich in Sicherheit.

"Wir wurden im Morgengrauen angegriffen", sagte Antonis Rigas von Ärzte ohne Grenze. "Unsere Sicherheit war in Gefahr". Die Internationale Organisation für Migration riet Helfern, aus Sicherheitsgründen nicht in das Flüchtlingscamp zu gehen. Die Organisation rief die Migranten mit Flugblättern auf, das Lager binnen drei Tagen zu verlassen. Die griechische Regierung schickte Busse und Züge, damit die Flüchtlinge, die keine Chance auf einen Grenzübertritt haben, nach Athen und Thessaloniki zurückkehren können. Nur 120 Menschen ließen sich darauf ein.

Ausschreitungen unter Flüchtenden

Es gab auch Zusammenstöße zwischen unterschiedlichen Gruppen von Flüchtenden. Migranten, die gemäß der mazedonischen Regelung die Grenze überqueren dürfen, aber dennoch warten mussten, und andere, die nicht durchgelassen werden, bewarfen sich gegenseitig mit Steinen.

Nach Angaben der griechischen Polizei harrten rund 2500 Flüchtende aus Syrien, Irak und Afghanistan am Grenzübergang auf sowie rund 3000 Menschen aus anderen Ländern. Letztere werden von den örtlichen Behörden als Wirtschaftsflüchtlinge angesehen.

"Wir sind keine Wirtschaftsmigranten, wir haben Geld", sagte ein Iraner namens Omid. "Ich bin Christ und ich bin hier in Gefahr", fügte er mit Blick auf die Lage im Flüchtlingscamp hinzu. Muslime hätten ihn und andere mit Steinen und Eisenstangen attackiert.

Mazedonien, Serbien und Kroatien liegen auf der sogenannten Balkanroute, über die hunderttausende Menschen in EU-Länder fliehen. Ein Großteil von ihnen will nach Deutschland weiterreisen. Um den Flüchtlingsandrang zu stoppen, errichtete Mazedonien inzwischen einen Grenzzaun zu Griechenland.

Quelle: n-tv.de

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