Politik
(Foto: dpa)

Streit endet tödlich: Flüchtling ersticht 20-jährigen Mitbewohner

Nachts in einer Flüchtlingsunterkunft: Zwei Männer streiten, es kommt zu Handgreiflichkeiten, am Ende zückt einer der beiden Männer ein Messer und sticht zu. Sein Opfer hat keine Chance. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

Ein 38-Jähriger hat in einer Flüchtlingsunterkunft einen 20-Jährigen erstochen. Der Vorfall ereignete sich in Dorfen, einer Kleinstadt in Oberbayern, nordöstlich von München. Laut Polizei war in der Nacht zum Sonntag ein Streit zwischen den beiden Männern eskaliert.

Der mutmaßliche Täter stammt aus Somalia, sein Kontrahent aus Senegal. Nach ersten Ermittlungen mündete ein Streit zwischen den Männern in einer körperlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 38-Jährige ein Messer zückte und mehrfach auf seinen Gegner einstach. Der Rettungsdienst fand den 20-Jährigen schwer verletzt in einem Zimmer des Wohncontainers. Die Sanitäter versuchten noch, den Mann zu reanimieren. Doch er war zu schwer verletzt und starb noch in der Unterkunft.

Das Personal des Asylbewerberheims hatte die Polizei am frühen Sonntagmorgen um 0.35 Uhr per Notruf alarmiert. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, lief der mutmaßliche Täter mit einem Messer in der Hand herum. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Anhaltspunkte über den Anlass der Auseinandersetzung gibt es laut Polizei nicht.

Immer wieder Gewalt in Asylunterkünften

Immer wieder kommt es in Flüchtlingsunterkünften zu Gewalt unter den Bewohnern. So waren beispielsweise im Oktober in einem Erstaufnahmelager in Hamburg Wilhelmsburg 30 Albaner und Afghanen aufeinander losgegangen. Im niedersächsischen Braunschweig eskalierte zur gleichen Zeit ein Streit zwischen Algeriern und Syrern. An der Prügelei beteiligten sich bis zu 400 Menschen. Auch aus Itzehoe und Berlin sind ähnliche Vorfälle bekannt.

Die Polizeigewerkschaft hatte durch die zunehmende Gewalt bereits im September vorgeschlagen, religiöse Gruppen voneinander zu trennen. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hatte sich gegen diesen Vorschlag ausgesprochen: Die Trennung würden ein falsches Zeichen setzen, hieß es. Eine Trennung würde den Eindruck erwecken, dass die Religion die Hauptursache für Konflikte sei.

Die Polizeigewerkschaft gab der Menschenrechtsorganisation schließlich recht: Nicht die unterschiedlichen Religionen, sondern die Situation in den Flüchtlingsheimen seien das Problem. So gebe es lange Essenschlangen und zumeist schwierige hygienische Zustände. "Wenn da 4000 Menschen in einem Heim sind, das eigentlich nur 750 Plätze hat, dann führt diese Enge zu Aggressionen, wo selbst eine Winzigkeit wie der Gang zur Toilette zu einer Handgreiflichkeit führt", sagte Jörg Radek, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GDP), seinerzeit.

Quelle: n-tv.de

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