Politik
Die Flüchtlinge aus mehreren afrikanischen Ländern wollen entweder nach Frankreich oder weiterreisen nach Deutschland und andere europäische Länder.
Die Flüchtlinge aus mehreren afrikanischen Ländern wollen entweder nach Frankreich oder weiterreisen nach Deutschland und andere europäische Länder.(Foto: REUTERS)

Grenze nach Frankreich dicht: Flüchtlinge gehen in Sitzstreik

An der Grenze zwischen Italien und Frankreich ist für rund hundert Flüchtlinge aus Afrika Endstation. Die französischen Gendarmen lassen niemanden herein. Die Gestrandeten wollen aber nicht in Italien bleiben - um jeden Preis.

Rund hundert Flüchtlinge haben einen Sitzstreik an der französisch-italienischen Grenze zwischen Menton und Ventimiglia abgehalten, um Einlass nach Frankreich zu fordern. Acht französische Gendarmen sperrten die Straße am Grenzübergang ab, während die vorwiegend aus Afrika stammenden Flüchtlinge einige Dutzend Meter weiter auf der Straße saßen. Die Flüchtlinge, die zumeist nach gefährlichen Überfahrten über das Mittelmeer in Süditalien eingetroffen waren, hielten Schilder mit der Aufschrift "Wir wollen durch" und "Wir brauchen Freiheit" hoch.

Nach Angaben des Roten Kreuzes, das mit Mitarbeitern vor Ort war, waren die Flüchtlinge die zweite Nacht in Folge an dem Grenzübergang. Gendarmen sagten, sie hätten Anweisungen, die Migranten nicht durchzulassen. Ein junger Mann aus der sudanesischen Unruheprovinz Darfur sagte, die Flüchtlinge stammten aus Somalia, Eritrea, der Elfenbeinküste und dem Sudan. Er sei mit dem Boot im sizilianischen Catania gelandet und anschließend mit Bus und Bahn nach Norden gereist.

Am Bahnhof von Menton sei er von der französischen Polizei festgenommen und nach Italien zurückgebracht worden, sagte der Mann. Er wolle nach Frankreich, aber andere wollten weiter in die Schweiz, nach Deutschland oder Großbritannien. Der Präfekt des französischen Departements Alpes-Maritimes sagte, binnen sieben Tagen seien 1439 illegale Flüchtlinge an der Grenze zu Italien aufgehalten worden. 1097 seien zurück ins Nachbarland gebracht worden. Nach den EU-Regeln müssen Flüchtlinge in dem EU-Land bleiben, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben.

Quelle: n-tv.de

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