Politik

Stammen Taliban von Israeliten ab?: Forscher prüfen DNS-Proben

Ulrich W. Sahm

Das israelische Außenministerium möchte es nun klären: Sind die Afridi Pathans im indischen Staat Uttar Pradesh israelitischen Ursprungs? Dies dürfte auch die Taliban interessieren.

Taliban-Kämpfer in Afghanistan.
Taliban-Kämpfer in Afghanistan.(Foto: REUTERS)

Die Inderin Shahnaz Ali des National Instituts for Immunohaematologie im indischen Mumbai hat vom israelischen Außenministerium ein Stipendium in Höhe von 600 Dollar monatlich erhalten, um am Technion in Haifa anhand von DNS-Proben zu erkunden, ob die Afridi Pathans im indischen Staat Uttar Pradesh israelitischen Ursprungs sind. Die meisten afghanischen Taliban sollen von jenen Afridi Pathans abstammen, die sich aufgrund historischer Texte und mündlicher Überlieferungen darauf berufen, Nachkommen des biblischen Stammes Efraim zu sein. Das berichtet die "Jerusalem Post".

Die indische Forscherin wird mit Professor Karl Skorecki zusammenarbeiten, dem Direktor für Nephrologie und Molekular Medizin an der medinizinischen Fakultät des Technions. Skorecki hat bahnbrechende Entdeckungen in der Erforschung jüdischer Genetik veröffentlicht.

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1957 hatte der mit ethnischer Forschung befasste zweite Präsident Israels, Itzhak Ben-Zvi, in einem Buch die Ansicht vertreten, dass Hebräer von Samarien aus unter dem assyrischen König Shalmaneser im Jahr 719 vor Christi nach Afghanistan migrierten. Der letzte König Afghanistans, Zahir Shah, habe wiederholt behauptet, dass er Nachfahre des biblischen Stammes Benjamin sei.

Mit moderner Genforschung können anhand von Änderungen am Y-Chromosom ethnische Verbindungen und gemeinsame Abstammungen erforscht werden. Im Falle von Stämmen in östlichen Provinzen Indiens soll so auch erkundet werden, ob verbreitete genetische Mutationen einen "Gründervater" haben, zum Beispiel ein Mitglied des im Jahr 721 vor Christi ins Exil geschickten Stammes Efraim.

Die Taliban sind heute Moslems. Shahnaz hofft nach Angaben der "Jerusalem Post", dass nach einer Bestätigung ihrer Thesen Moslems und Juden einander näherkommen und ihre historischen Feindseligkeiten vergessen könnten.

Ulrich W. Sahm

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 1970er Jahre aus der Region. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

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Quelle: n-tv.de

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