Politik

Codename "Lustre": Frankreich spitzelt offenbar für die NSA mit

"Five Eyes", dieser Name klingt schon nach "Big Brother is watching you". Die so betitelte Allianz von fünf Geheimdiensten hat offenbar einen mächtigen Verbündeten: Die Franzosen liefern Informationen - das Netz der internationaler Überwachung scheint eng gewoben und perfekt geknüpft.

Die USA spähen Frankreich aus, die Franzosen liefern ihre Ergebnisse offenbar an die USA - weit verzweigt ist das Ausspäh-Netzwerk.
Die USA spähen Frankreich aus, die Franzosen liefern ihre Ergebnisse offenbar an die USA - weit verzweigt ist das Ausspäh-Netzwerk.(Foto: REUTERS)

Frankreich arbeitet enger als bisher bekannt mit US-amerikanischen und britischen Geheimdiensten zusammen. Die Franzosen liefern offenbar systematisch Informationen an die "Kollegen" – ein weiterer Baustein der internationalen Ausspäh-Architektur.

Unter dem Codenamen "Lustre" schloss die Regierung in Paris vor einiger Zeit einen Kooperationsvertrag mit dem Geheimdienstbündnis "Five Eyes", dem neben den USA und Großbritannien auch Neuseeland, Kanada und Australien angehören. Dies geht aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden hervor, die der Norddeutsche Rundfunk und die "Süddeutsche Zeitung" einsehen konnten. Den Unterlagen zufolge haben neben Frankreich auch Israel, Schweden und Italien einen ähnlichen Kooperationsvertrag mit dem britischen und amerikanischen Geheimdienst geschlossen.

Frankreichs Präsident  François Hollande hatte die Enthüllungen über umfassende  US-Spionageaktivitäten in Frankreich scharf kritisiert. Berichte  über die Aktivitäten der NSA sorgen schon seit Monaten international für  Empörung. Das Ausspähen des Telefons von Kanzlerin Angela Merkel hatte hierzulande hohe Wellen geschlagen. Merkel und Hollande hatten Obama nachdrücklich aufgefordert, engste Verbündete nicht bespitzeln zu lassen.

Inzwischen gibt es Bestrebungen, der umfangreichen Spitzelei durch eine UN-Resolution Einhalt zu gebieten. Deutschland soll sich dazu mit Brasilien verbünden, heißt es aus Diplomatenkreisen.

Quelle: n-tv.de

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