Politik
Bis zu 80.000 Menschen sind dem Aufruf zu den Protesten gefolgt
Bis zu 80.000 Menschen sind dem Aufruf zu den Protesten gefolgt(Foto: AP)

Hollande verspürt heftigen Gegenwind: Franzosen gegen rigiden Sparkurs

Die französische Linke hatte vom sozialistischen Präsidenten Hollande eigentlich ein Ende der strengen Sparpolitik erwartet. Keine fünf Monate nach Amtsantritt sind viele Menschen enttäuscht. Zehntausende gehen auf die Straße - aufgerufen ausgerechnet von einem linken Parteienbündnis.

Jean-Luc Mélenchon, Chef des linken Parteienbündnisses, hat ein leichtes Spiel.
Jean-Luc Mélenchon, Chef des linken Parteienbündnisses, hat ein leichtes Spiel.(Foto: REUTERS)

In Frankreich formiert sich Widerstand gegen die Sparpolitik des neuen Präsidenten François Hollande. Bei einer Großdemonstration in Paris protestieren Anhänger linker Gruppen erstmals mit einer Großdemonstration. Nach Angaben des Parteienbündnisses Front de Gauche (Linksfront) beteiligten sich rund 80.000 Menschen an einem Protestmarsch quer durch die Hauptstadt. Die Polizei gab keine offizielle Schätzung ab.

Die Demonstranten forderten unter lauten "Widerstand"-Rufen eine Volksabstimmung über den europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin, der in den nächsten Wochen auch vom französischen Parlament ratifiziert werden soll. Die dort verankerte Schuldenbremse wird nach Auffassung der Kritiker den Handlungsspielraum der sozialistischen Regierung stark einengen und zu einer langanhaltenden Rezession führen.

Der Aktionstag war die erste große Protestveranstaltung gegen die Politik des sozialistischen Präsidenten Hollande. Er hatte im Wahlkampf im Frühjahr ein sozialeres Frankreich und den Verzicht auf allzu harte Sparpläne versprochen. Der Haushalt für das Jahr 2013 sieht allerdings Steuererhöhungen und Einsparungen in Höhe von 36,9 Milliarden Euro vor.

Linke versprechen weitere Proteste

Anführer des Parteienbündnisses Front de Gauche, das links der regierenden Sozialisten steht, ist Jean-Luc Mélenchon. Bei der Präsidentenwahl im Mai war er auf rund elf Prozent der Stimmen gekommen. Zuletzt hatte er auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Europapolitik heftig attackiert. Merkel betreibe eine engstirnige und sehr dogmatische Politik, sagte der Politiker im Deutschlandfunk.

Am Sonntag bekräftigte Mélenchon, die Demonstration in Paris sei nur der Auftakt der Proteste gewesen. Weitere würden folgen. Von diesem Dienstag an soll in der französischen Nationalversammlung über den Fiskalpakt debattiert werden.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen