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Der Vater bringt das Geld nach Hause - dieser Ansicht ist die Mehrheit der befragten Frauen.
Der Vater bringt das Geld nach Hause - dieser Ansicht ist die Mehrheit der befragten Frauen.(Foto: picture alliance / dpa)

Klassisches Rollenbild dominiert Deutschland: Frauen wollen Mann als Ernährer

Das klassische Rollenbild ist in Deutschland einer Studie zufolge vorherrschend. So wünscht sich die Mehrheit der Frauen einen Mann als Ernährer. Der fühlt sich jedoch verunsichert. Außerdem sind Deutschlands Männer überzeugt, dass Frauen besser bügeln - und die Gleichberechtigung erreicht sei.

Welche Rolle spielen Männer in Partnerschaft und Familie - und welche Ansichten dazu haben Frauen? Fragen, die viele in Deutschland umtreiben. Die Antworten darauf sind teilweise erwartbar, manche aber auch überraschend.

So fühlen sich viele Männer in Deutschland verunsichert. Laut der Allensbach-Studie "Wie tickt der Mann?" findet es etwa jeder Dritte (35 Prozent) schwer, die an ihn gerichteten Rollenerwartungen zu erfüllen. Die Gleichberechtigung der Frau ist nach Auffassung von etwa zwei Dritteln (64 Prozent) erreicht. Und sieben Prozent der Männer haben manchmal sogar das Gefühl, sich gar nicht mehr wie ein richtiger Mann verhalten zu können - weil dies das Umfeld angeblich nicht akzeptiert.

Kein Macho

Eine der Schlussfolgerungen aus der Studie ist, dass der deutsche Mann kein Macho sei, sondern verunsichert, sagte Sandra Immoor, "Bild der Frau"-Chefredakteurin. Die Zeitschrift hatte die Studie in Auftrag gegeben. In deren Rahmen befragt wurden 950 Männer und 550 Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

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Doch viele Männer könnten eigentlich zumindest ein wenig entspannter sein: Denn Frauen wünschen sich gar nicht so viel von ihnen, wie sie denken. Auch, was die klassische Ernährerrolle angeht. So glauben zwar 71 Prozent der Männer, dass sie für den Unterhalt der Familie aufkommen sollten. Tatsächlich wünschen sich das aber nur 60 Prozent der Frauen in Deutschland.

Die Mehrheit der Männer glaube zudem, dass sie familienorientierter sein und etwa mehr im Haushalt helfen sollten, sagte die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher. Aber auch hier seien die Erwartungen längst nicht so hoch wie gedacht.Trotzdem wünschen sich 66 Prozent der Frauen, dass Männer viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie übernehmen. Auf der anderen Seite ist es aber auch 52 Prozent der Frauen weiterhin sehr wichtig, dass Männer im Beruf erfolgreich sind.

Haushalt männerfrei

Diesen doppelten Ansprüchen genügen viele Männer aber nach wie vor nicht. Teilzeit kommt für 62 Prozent der Männer nicht in Frage. Lediglich 15 Prozent wären bereit, beruflich zurückzustecken. Tatsächlich ist der Haushalt weitgehend männerfreie Zone. Obwohl 61 Prozent der Männer - theoretisch - einer neuen Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau positiv gegenüber stehen, glauben zum Beispiel 81 Prozent der 18- bis 44-Jährigen, dass Frauen Arbeiten wie Bügeln besser erledigen.

Der Schauspieler Heiner Lauterbach, früher Vorzeige-Macho, wollte sich bei der Umfrage-Präsentation auf keine Geschlechterdiskussion einlassen: "Für mich gibt es nette Menschen und weniger nette Menschen, sympathische Menschen oder unsympathische Menschen oder Idioten und Genies. Aber das hängt für mich überhaupt nicht vom Geschlecht ab."

Quelle: n-tv.de

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