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Merkel: Klimawandel wird verheerend: Freiwillige Zusagen reichen nicht

Das Kyoto-Protokoll von 1997 ist das einzige globale Klimaabkommen, das verbindliche Vorgaben für die Emission von Treibhausgasen macht. Es endet noch 2012. Seit langem wartet die Welt auf ein Nachfolgeabkommen. Doch schon jetzt stellt sich heraus, dass die Ziele von 1997 nicht mehr reichen, die Klimakatastrophe zu verhindern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer Erderwärmung um bis zu vier Grad mit verheerenden Folgen gewarnt, wenn die Welt sich nicht auf stärkere Klimaschutzzusagen einigt. "Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen", sagte Merkel beim 3. Petersberger Klimadialog in Berlin, an dem 35 Staaten teilnehmen.

Bleibe es bei den bisherigen freiwilligen Zusagen zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes sei das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht zu halten. Dann drohe eine Erwärmung um drei bis vier Grad. "Der Stern-Report hat deutlich gemacht, welch schreckliche Folgen Nicht-Handeln hätte", sagte Merkel.

Sie sorge sich besonders über eine mögliche Klimaschutzlücke. Das Kyoto-Protokoll als bisher einziges verbindliches Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen läuft Ende des Jahres aus. Bei der nächsten UN-Klimakonferenz in Katar muss geklärt werden, ob es für eine Übergangszeit eine 2. Verpflichtungsperiode geben wird.

Allerdings umfasst es ohnehin nur noch Staaten, darunter die EU-Länder, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausmachen. Bis 2015 soll ein globales Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden, was aber erst ab 2020 gelten soll. Merkel, die als Umweltministerin der Regierung Kohl das Kyoto-Protokoll mitausgehandelt hatte, betonte: "Ein verbindliches Regelwerk, das sage ich ganz offen, klingt wie Musik in meinen Ohren."

Altmaier setzt auf Klimafonds

Peter Altmaier will mehr Zusagen bekommen.
Peter Altmaier will mehr Zusagen bekommen.(Foto: Reuters)

Vor Merkel hatte bereits Bundesumweltminister Peter Altmaier die üblichen wohlfeilen Ermahnungen wiederholt. Der CDU-Politiker rief die 35 Teilnehmerstaaten ebenfalls zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung auf. "Wir wollen dafür sorgen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen", heiß einer von Altmaiers Kernsätzen.

Altmaier nannte als Hauptthemen des Klimadialogs die Probleme, das Zwei-Grad-Ziel noch zu schaffen und die Finanzzusagen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder zu treffen. Dazu soll ein grüner Klimafonds geschaffen werden, der ab 2020 mit bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich gefüllt wird. Um dessen Sitz bewirbt sich auch Bonn. Bei der Organisation des Klimafonds gibt es aber zeitliche Verzögerungen. Über den Sitz soll bei der UN-Klimakonferenz in Katar entschieden werden.

Treffen nicht auf dem Petersberg

Die vergangenen Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, dennoch ist beim Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen keine Trendwende erkennbar. Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah sprach von schweren Verhandlungen, um - wie beim UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban beschlossen - bis 2015 das geplante bindende Weltklimaabkommen zu schaffen. Katar, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß der Welt, richtet Ende des Jahres den nächsten UN-Klimagipfel aus.

Der Petersberger Dialog, der bei seiner Premiere auf dem Bonner Petersberg stattfand und seit 2011 in Berlin abgehalten wird, dient der Vorbereitung des UN-Klimagipfels. Getagt wird weitgehend nicht-öffentlich, um das Vertrauen zwischen den 35 teilnehmenden Staaten zu erhöhen. Auch China und die USA, die zusammen mehr als 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen verursachen, nehmen teil.

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Quelle: n-tv.de

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