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Regionalwahl in Frankreich: Front National geht leer aus

Vor einer Woche noch strahlende Sieger, nun keine Spur mehr vom Triumph: In der mit Spannung erwarteten zweiten Runde der französischen Regionalwahl kann die Partei von Marine Le Pen keine Region für sich gewinnen.

In der mit Spannung erwarteten zweiten Runde der französischen Regionalwahl hat die Front National (FN) von Parteichefin Marine Le Pen Hochrechnungen zufolge keine Region für sich gewinnen können. Unter anderem unterlag Le Pen in Nordfrankreich mit 42 bis 43 Prozent ihrem konservativen Gegner, wie mehrere Meinungsforschungsinstitute übereinstimmend ermittelten. Konservative und Sozialisten gewannen jeweils mindestens fünf Regionen.

Die zweite Runde der Regionalwahl ist eine Klatsche für Marine Le Pen.
Die zweite Runde der Regionalwahl ist eine Klatsche für Marine Le Pen.(Foto: REUTERS)

Le Pens Nichte Marion Maréchal-Le Pen unterlag in Südfrankreich ebenfalls deutlich dem konservativen Kandidaten. Die 26-jährige Nachwuchshoffnung der FN kam gegen den konservativen Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, den Hochrechnungen zufolge auf rund 45 Prozent. Sehr eng war das Rennen aber in der ostfranzösischen Region Burgund-Franche-Comté, wo die FN-Kandidatin den Angaben zufolge nur knapp hinter Sozialisten und Konservativen lag.

In der ersten Runde hatte die FN mit 27,7 Prozent ihr landesweit bestes Ergebnis erzielt - vor den Konservativen um Ex-Präsident Nicolas Sarkozy (26,7) und dem Bündnis der regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande (23,1). In 6 von 17 Regionen lagen die Rechtsextremen vorn. Daraufhin hatten Konservative und Sozialisten ihre Kräfte gebündelt, um einen Sieg des FN zu verhindern. Die Sozialisten hatten ihre Kandidaten zugunsten der Konservativen zurückgezogen.

"Gefahr nicht gebannt"

Das konservativ-bürgerliche Lager um Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy konnte den Hochrechnungen zufolge in mindestens fünf der 13 französischen Regionen gewinnen. Neben Nord-Pas-de-Calais-Picardie und Provence-Alpes-Côte d'Azur auch die Regionen Elsass-Champagne-Ardenne-Lothringen, wo die FN ebenfalls gute Chancen hatte, Auvergne-Rhône-Alpes und Pays de la Loire.

Die Linke gewann mindestens die Regionen Bretagne, Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes, Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées, Centre und Burgund-Franche-Comté. Offen war der Ausgang der Wahl zunächst in der Hauptstadtregion Ile-de-France und in der Normandie, wo ein sehr enges Rennen zwischen dem sozialistischen Kandidaten und der konservativen Kandidatin vorhergesagt worden war. In Korsika gewannen die Nationalisten.

Die Regionalwahlen waren die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017. FN-Chefin Le Pen zeigte sich auch nach der Niederlage kämpferisch und sprach von einem "unaufhaltsamen Aufstieg" der Front National. "Nichts kann uns aufhalten", rief Le Pen jubelnden Anhängern zu. Regierungschef Manuel Valls sagte, die Gefahr durch Rechtsextreme sei nicht gebannt. Deswegen gebe es weder Erleichterung noch Triumph. Nun müsse "schneller gehandelt werden, um schneller Ergebnisse zu bekommen".

Als Beispiele nannte Valls Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und die Ausbildung junger Menschen. Die schlechten Wirtschaftswerte werden der Regierung angelastet.  Ex-Präsident Sarkozy sagte, die Mobilisierung der Wähler dürfe die Warnungen aus der ersten Runde an alle verantwortlichen Politiker nicht vergessen lassen.

Quelle: n-tv.de

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