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Leidenschaftlicher Koch und Restauranttester: Christian Rach.
Leidenschaftlicher Koch und Restauranttester: Christian Rach.(Foto: picture alliance / dpa)

Interview mit TV-Koch Christian Rach: "Für Steinbrück koche ich Matjes"

"Es ist doch toll, dass wir entscheiden dürfen, wer uns regiert", sagt TV-Koch Christian Rach. An diesem Sonntag sitzt er "An einem Tisch mit Angela Merkel". Im Interview mit n-tv.de verrät Rach, was er von der Kanzlerin wissen möchte und wie er SPD-Kandidat Peer Steinbrück wieder aufheitern würde.

Programmhinweis

RTL zeigt die Sendung "Meine Wahl: An einem Tisch mit Angela Merkel" an diesem Sonntag um 19.05 Uhr. Ausschnitte aus dieser Sendung zeigt n-tv am Montag im Wahl-Spezial "Kampf ums Kanzleramt" um 14.30 Uhr.

n-tv.de: Am Sonntag treffen Sie die Kanzlerin in der Wahlsendung "An einem Tisch mit Angela Merkel" (Sonntag, ab 19.05 Uhr auf RTL). In welches Berliner Restaurant würden Sie die Kanzlerin ausführen?

Christian Rach: Ich würde mit ihr in den Roten Jäger gehen. Dort könnte ich ihr zeigen, was Jugendliche, die als hoffnungslose Fälle abgestempelt wurden, in der Lage sind zu leisten, wenn man sie richtig anpackt.

Was würden Sie für Peer Steinbrück kochen, um ihn angesichts der schlechten Umfragewerte aufzuheitern?

Damit er auch weiß, wie das einfache Essen schmeckt, würde ich Pellkartoffeln mit Matjes machen und dazu ein Glas Bier. So könnte ich ihm zeigen, wie das Volk auch isst.

Weiß er das nicht?

Nein (lacht). Das wird ja häufig über ihn kolportiert. Ich bin ja auch jemand, der dem guten Essen sehr zugetan ist, das gilt für Steinbrück wohl ebenfalls.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück diskutierte bereits Mitte August mit RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel und einigen Wählern.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück diskutierte bereits Mitte August mit RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel und einigen Wählern.(Foto: picture alliance / dpa)

Was haben Sie sich vorgenommen für Ihre Begegnung mit der Kanzlerin?

Ich finde es spannend, dass es eine Sendung gibt, in der nicht Politiker mit Politikern diskutieren, sondern in der die Kandidaten mal ein Ohr haben für Menschen wie du und ich. Wir wissen inzwischen, dass die Kanzlerin gerne Kohlrouladen macht und dass sie den Streuselkuchen mit zu wenig Streuseln backt. Aber mich interessiert: Wie hält sie sich fit? Wie schafft man so ein Pensum? Wobei hat sie am meisten Spaß? Aber es soll auch um politische Themen gehen. Zum Beispiel: Wie kann es angehen, dass wir heute Steuerstraftaten als schlimmer erachten als Mord, Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch?

Sind Sie überrascht, dass die Kanzlerin in den vergangenen Monaten immer mehr Privates von sich öffentlich macht?

Sie hat verstanden, dass sie nicht nur als funktionierende Anführerin dargestellt werden darf, sondern, dass man auch den Mensch Angela Merkel begreifen muss. Allzu viel Intimes gibt sie nicht preis, das ist auch richtig so. Aber ein bisschen Privates tut allen gut.

Sie sind viel mit jungen Auszubildenden und Unternehmern zusammen. Wie ist deren Einstellung zur Politik?

Wir driften leider in eine Interessenlosigkeit ab. Gerade bei jungen Menschen stelle ich immer wieder fest, dass sie das Gefühl haben, dass die Errungenschaft, wählen gehen zu dürfen, nichts Besonderes darstellt. Das ist ein Versäumnis, dass es nicht gelingt, dieses Privileg positiver hervorzuheben. Eigentlich muss ein Ruck durch die Bevölkerung gehen. Es ist doch toll, dass wir entscheiden dürfen, wer uns in den nächsten vier Jahren regiert.

Und wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung?

International betrachtet stehen wir sehr gut da. Deutschland hat in Europa die wenigsten Probleme. Es gibt eine gute Beschäftigungspolitik. Die Themen sind daher nicht spektakulär, sondern klein und fein. Deswegen haben wir auch so einen flachen Wahlkampf.

Schlechte Köche werden schnell kritisiert, haben schlechte Politiker es einfacher?

Nein. Ich glaube, dass wir Politiker heute zu doll auseinandernehmen. Wir beklagen, dass jeder nur noch aalglatt ist. Hat aber jemand Sprünge in seiner Vita, dann wird er zerrissen. Da sollten wir ein bisschen aufpassen. Ich will lieber Politiker mit Ecken und Kanten als nur aalglatte, Persönlichkeiten sind wichtiger als Karrieristen.

Wissen Sie schon, wen Sie wählen?

Die nächsten vier Wochen sind für mich entscheidend. Es gibt eine Tendenz, aber ich bin immer noch offen für Argumente und höre mir das auch an. Nur so kann auch ich dazulernen.

Mit Christian Rach sprach Christian Rothenberg

Quelle: n-tv.de

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