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AfD-Vize Alexander Gauland aquiriert neue Parteimitglieder am rechten Rand.
AfD-Vize Alexander Gauland aquiriert neue Parteimitglieder am rechten Rand.(Foto: picture alliance / dpa)

"Können alle zu uns kommen": Gauland fordert Identitäre zu AfD-Beitritt auf

Offiziell grenzt sich der AfD-Bundesvorstand von der rechtsextremen Identitären Bewegung ab - doch selbst die Parteispitze mag dieser Linie offenbar nicht folgen. Bundes-Vize Alexander Gauland wirbt bei den Identitären jetzt sogar für das AfD-Parteibuch.

Der AfD-Vize Alexander Gauland hat Mitglieder der Identitären Bewegung (IB) nach einem Bericht der "tageszeitung" zum Parteieintritt aufgefordert. Zwar gebe es einen Beschluss des Bundesvorstands, der eine Zusammenarbeit mit den Identitären ausschließe. Dies bedeute aber nicht, dass sie in der AfD nicht willkommen seien, sagte Gauland in einem Interview, das er gemeinsam mit dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke dem rechtsgerichteten "Compact"-Magazin gegeben hat. "Wir sind die AfD, wir sind das Original", erklärte er darin. "Ich erwarte, dass Menschen, die wie die AfD denken, bei uns mitmachen."

Auch in Bautzen demonstrierten im September Mitglieder der Indentitären.
Auch in Bautzen demonstrierten im September Mitglieder der Indentitären.(Foto: picture alliance / dpa)

Die IB wird wegen verfassungsfeindlicher Bestrebungen seit einigen Monaten vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Seit 2012 ist sie in Deutschland aktiv und wendet sich gegen "unkontrollierte Massenzuwanderung" sowie einen "Verlust der eigenen Identität durch Überfremdung". Für Schlagzeilen sorgten bereits in der Vergangenheit Kontakte einzelner AfD-Mitglieder zu der Gruppierung. Zuletzt hatte die baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Christina Baum die Beobachtung der Identitären Bewegung durch den Verfassungsschutz offen kritisiert und argumentiert, dafür gebe es keine Grundlage.

Kritiker warfen der AfD immer wieder vor, keine klare Trennungslinie zum rechtsradikalen Spektrum zu ziehen. Auch deshalb hatte der Bundesvorstand der Partei, zu dem auch Gauland selbst als Stellvertreter zählt, eine Zusammenarbeit mit den Identitären klar ausgeschlossen. Der einstige Publizist nimmt die Vorgabe allerdings wörtlich - und will ein Verbot mit Spitzfindigkeiten umgehen. Der 75-Jährige sagte, er sehe "überhaupt nicht ein, warum wir mit der Identitären Bewegung zusammenarbeiten sollten, denn die können alle zu uns kommen".

Aktionen mit "intelligenten Esprit"

Gauland zufolge verfolgten die IB-Anhänger "ähnliche Ziele" - auch wenn ihm die jüngste Aktion am Brandenburger Tor in Berlin nicht recht behagte. Die Rechtsextremen hatten Ende August aus Protest gegen die Asylpolitik der Bundesregierung kurzzeitig das Wahrzeichen der Hauptstadt besetzt. Für Gauland war damit offenbar eine Grenze überschritten. "Ich mag es überhaupt nicht, wenn das Symbol der deutschen Geschichte in irgendwelcher Weise für irgendwelche Politik missbraucht wird", sagte der AfD-Politiker.

Nichtsdestotrotz seien die Aktionen der Identitären bisher immer gewaltfrei abgelaufen, behauptete Gaulands Parteikollege, Björn Höcke, und attestierte ihnen "einen intelligenten Esprit". Zwar zählte das Bundesinnenministerium bisher tatsächlich nur wenige Straftaten in Verbindung mit der Bewegung. Dennoch seien in der Gruppierung Mitglieder der NPD ebenso vertreten wie neonazistische Kameradschaften, hieß es Ende September in einem Bericht des Ministeriums.

Quelle: n-tv.de

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