Politik

"Occupy"-Bewegung auch hier möglich: Geißler würde mitmachen

Heiner Geißler, ehemaliger CDU-Generalsekretär, Schlichter bei "S21" und heute Attac-Mitglied, würde sich an Protesten wie in New York gegen die Macht der Banken beteiligen. Er ist sich sicher, dass es bald auch in Europa ähnliche Proteste geben wird. Immer mehr junge Leute wollten sich nicht mehr von den Finanzmärkten abhängig machen lassen.

Geißler: Die Leute wollen sich nicht mehr abhängig machen lassen.
Geißler: Die Leute wollen sich nicht mehr abhängig machen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler erwartet nach den Demonstrationen in den USA gegen die Macht der Banken solche Protestaktionen auch in anderen Ländern. "In Europa wird es ähnliche Proteste geben, da bin ich sicher", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Geißler zeigte sich überzeugt, dass die Demonstranten in den USA Einfluss auf die Politik nehmen könnten.

Immer mehr junge Leute würden anfangen, selbstständig zu denken. Sie wollten sich nicht mehr von den Finanzmärkten "am Nasenring durch die Manege ziehen lassen", sagte Geißler, der Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac ist und zuletzt als Schlichter im Konflikt um das Bahnprojekt "Stuttgart 21" in der Öffentlichkeit stand.

Bei den Protesten am Donnerstag in New York.
Bei den Protesten am Donnerstag in New York.(Foto: REUTERS)

Er glaube allerdings nicht, dass es hierzulande so schnell zu derart heftigen Protesten wie in den USA kommen werde. "In Deutschland funktioniert der Sozialstaat ja noch in Teilen. Aber wenn die jungen Leute keine Perspektiven bekommen, kann das auch hier negative Folgen haben", sagte der 81-Jährige. Auf die Frage, ob er sich an ähnlichen Protesten in Deutschland beteiligen würde, sagte er: "Ja."

Etwa 12.000 Menschen hatten am Donnerstag in New York gegen die Macht der Banken und für Sozialreformen demonstriert.

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Quelle: n-tv.de

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