Freitag, 03. September 2010
"Hackt Wilders den Kopf ab": Islamist ruft zum Mord auf
Eine niederländische Zeitung veröffentlich ein Tondokument, in dem ein islamistischer Geistlicher zum Mord am niederländischen Rechtspopulisten Wilders aufruft. "Wer unsere Lehre verspottet, über den Islam lacht und ihn erniedrigt, muss getötet werden", sagt Feiz Muhammed darin seinen Anhängern.Ein bekannter islamischer Geistlicher hat einem Zeitungsbericht zufolge zur Enthauptung des islamfeindlichen niederländischen Politikers Geert Wilders aufgerufen. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" veröffentlichte Audioclips von Feiz Muhammad, auf denen dieser Wilders als "Satan" und "diesen Politiker in Holland" bezeichnet. Jeder, der wie Wilders über den Islam rede, gehöre enthauptet.
Muhammad hat bereits in der Vergangenheit von sich reden gemacht, als er die Radikalisierung von Kindern verlangte und erklärte, Vergewaltigungsopfer seien selbst schuld. Muhammad, der unter jungen radikalen Muslimen in vielen Ländern populär ist, ist gebürtiger Australier, wohnt seiner Internetseite zufolge aber in Malaysia. Der Fall weckt zudem böse Erinnerungen wach: Vor sechs Jahren hatte ein Muslimfanatiker den Filmregisseur Theo van Gogh in der Öffentlichkeit niedergeschossen und ihm dann die Kehle durchgeschnitten.
Wilder von Nachricht überrascht
Die Zeitung stellte eine Tonaufzeichnung ins Internet, die angeblich bei einer abgeschirmten Internet-Konferenz mit niederländischen Anhängern Muhammeds mitgeschnitten wurde. Darauf ist ein englisch sprechender Mann zu hören, den die Zeitung als den Hassprediger identifizierte: "Wer unsere Lehre verspottet, über den Islam lacht und ihn erniedrigt, muss getötet werden, enthauptet ihn, hackt ihm seinen Kopf ab!"
Wilders sprach von "wirklich schrecklichen Nachrichten" und zeigte sich erstaunt darüber, erst aus der Presse von den Drohungen gegen ihn zu erfahren. Er werde vom Innenministerium Aufklärung darüber verlangen, warum er nicht informiert worden sei. Wilders steht in den Niederlanden wegen Anstiftung zum Hass und zur Diskriminierung von Muslimen vor Gericht. Er nehme den Aufruf ernst, betonte er.
Die Partei von Wilders erzielte bei der Parlamentswahl im Juni die größten Zuwächse aller Parteien und führt derzeit Gespräche mit den Christdemokraten und den Liberalen über die Bildung einer Minderheitsregierung. 2008 wurde Wilders bekannt durch einen islamkritischen Film. Darin stellte er die These auf, dass der Koran zur Anstiftung von Gewalt aufrufe. Zugleich kombinierte er Bilder von Terroranschlägen mit Koranzitaten. Bei einer anderen Gelegenheit verglich er den Islam mit dem Faschismus und den Koran mit Hitlers "Mein Kampf". Er verunglimpfte dessen Propheten als "Barbaren, Massenmörder und Pädophilen". In einem australischen Fernsehinterview wiederholte er erst kürzlich seine scharfen Angriffe und verlangte erneut, die Einwanderung von Muslimen in den Westen zu stoppen.
rts/dpa
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