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Diese Waffen haben Regierungstruppen laut syrischer Medien den Rebellen bei Homs abgenommen.
Diese Waffen haben Regierungstruppen laut syrischer Medien den Rebellen bei Homs abgenommen.(Foto: picture alliance / dpa)

Zehntausende fliehen: Gemetzel in syrischer Kleinstadt

Zehntausende Menschen fliehen aus einer syrischen Kleinstadt, während Rebellen und Regierungstruppen sich heftige Gefechte liefern. Assad-treue Medien werfen den Rebellen ein Massaker vor. Zugleich gibt es erste Annäherungsversuche zwischen den verfeindeten Gruppen.

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Rebellen sollen in einer syrischen Kleinstadt ein Massaker angerichtet haben. Wie ein Assad-nahes Internetportal berichtet, sollen die Aufständischen Dutzende Angestellte einer staatlichen Ölfirma getötet haben. Angeblich seien zudem Hunderte von Zivilisten von Angehörigen der islamistischen Al-Nusra-Front verschleppt worden. Die Islamisten-Brigade berichtete ihrerseits, die "Gotteskrieger" hätten Al-Schadadi am Donnerstag nach dreitägiger Schlacht vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) schätzt, dass während der Kämpfe in den vergangenen Tagen rund 40.000 Menschen aus Al-Schadadi geflohen sind.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) machte sich bei der Bundesregierung für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland stark. DRK-Präsident Rudolf Seiters schlägt in einem Brief an Außenminister Guido Westerwelle und Innenminister Hans-Peter Friedrich vor, Syrer einreisen zu lassen, die Verwandte in Deutschland haben.

Unterdessen gibt es in Syrien Anzeichen dafür, dass die verfeindeten Gruppen zu Verhandlungen bereit sind. Zwar dementierten Regierung und Opposition unisono Berichte über ein geplantes Treffen zwischen Außenminister Walid al-Muallim und Oppositionsführer Moas al-Chatib Ende des Monats in Moskau - doch schließen beide Seiten Verhandlungen nicht aus.

Rebellen stellen Bedingungen für Verhandlungen

So hat die oppositionelle Syrische Nationalkoalition Bedingungen für Gespräche mit Vertretern der Führung von Präsident Baschar al-Assad genannt. Ziel eines solchen Dialogs müsse die Ablösung Assads sein, sagte ein hochrangiges Mitglied der Koalition. Als Gesprächspartner würden nur Regierungsmitglieder akzeptiert, die sich nicht an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt hätten.

In einer ersten Reaktion auf den Vorstoß erklärte die syrische Führung, sie sei gegen jeden Dialog, der lediglich zum Ziel habe, die Macht einer anderen Seite zu übertragen. Der Minister für Nationale Versöhnung, Ali Haidar, erklärte jedoch seine Bereitschaft, Al-Chatib in Ägypten zu treffen. Formelle Gespräche müssten aber in Syrien stattfinden. Bislang hatte die Regierung nur Gespräche mit der "patriotischen Opposition" akzeptiert, die nichts mit dem bewaffneten Aufstand zu tun hat. Al-Chatib ist seit der Gründung der Nationalkoalition im Dezember deren Präsident.

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Quelle: n-tv.de

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