Österreich sorgt sich um SicherheitGerichtssäle sind voller Waffen
Eine Zahl verunsichert die Österreicher: 50.000 Messer, Schlagstöcke, Schlagringe und Schusswaffen schmuggelten Besucher im vergangenen Jahr in die Gerichtssäle des Alpenlandes. Sind Richter und Staatsanwälte noch sicher?
Während der Urteilsbegründung zog Rudolf U. im Amtsgericht Dachau eine Waffe und Seither steht eine Frage im Raum: Wie sicher sind Gerichtssäle? Ein Blick nach Österreich zeigt: Unabhängig von dem blutigen Einzelfall ist die Sorge berechtigt.
Allein im vergangenen Jahr mussten die Behörden in den Gerichten des Landes 50.352 Messer, Schlagstöcke oder Schlagringe beschlagnahmen. Das ist das Ergebnis einer parlamentarischen Anfrage. Dazu kamen 403 Pistolen und andere Schusswaffen.
Alarmierend auch die Zahl der Fälle, in denen diese Waffen auch zum Einsatz kamen. 86 Richter, Staatsanwälte und sonstiges Justiz-Personal wurden bedroht. Die meisten Drohungen Sprachen Prozessteilnehmer in Zivilverfahren aus, wenn es um Pfändungen, Entmündigungen, Scheidungen, Sorgerecht oder Insolvenzverfahren ging. Die österreichischen Sozialdemokraten sprachen von einer "dramatischen Steigerung" bei der Bewaffnung der Gerichtsbesucher.