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In Pjöngjang wurden etwa Straßennamen und U-Bahn-Stationen eingefügt.
In Pjöngjang wurden etwa Straßennamen und U-Bahn-Stationen eingefügt.(Foto: Screenshot n-tv.de)

Schulen, Parks und Internierungslager: Google Maps zeigt Nordkorea

Wenig dringt aus Nordkorea nach draußen. Doch nun aktualisiert Google Maps nach jahrelanger Arbeit von Hobby-Kartografen die Karten des weitgehend isolierten Landes. Straßennamen und Sehenswürdigkeiten werden sichtbar. Einträge zu Internierungslagern werden allerdings teils zynisch kommentiert.

Recht leer sahen die Karten vor der Aktualisierung aus.
Recht leer sahen die Karten vor der Aktualisierung aus.

Wenige Wochen nach einem umstrittenen Besuch von Google-Chef Eric Schmidt in  Nordkorea hat der US-Internetkonzern eine detaillierte Karte des abgeschotteten Landes veröffentlicht. Die verwendeten Daten seien über mehrere Jahre von Hobby-Kartografen zusammengetragen worden, schrieb Jaynath Mysore, ein leitender Mitarbeiter des Dienstes Google Map Maker, in einem Blog-Eintrag.

Zu erkennen sind unter anderem Krankenhäuser, Schulen, Parks und U-Bahn-Stationen in Pjöngjang. Außerhalb der Hauptstadt ist die Karte weniger detailliert. Zu sehen sind mehrere größere Städte und Flughäfen. Zudem ist eine Chemiefabrik eingezeichnet sowie eine Atomforschungsanlage.

Zynische Kommentare zu Lagern

Mehrere grau eingefärbte Bereiche, jeweils von der Größe einer Stadt, werden als Gulag bezeichnet. In nordkoreanischen Straflagern sind Schätzungen zufolge etwa 200.000 Menschen inhaftiert. Wie an anderen Orten bei Google Maps wie Restaurants oder Hotels können Nutzer auch hier Erfahrungsberichte hinterlassen.

Straflager werden grau dargestellt, sie sind im ganzen Land verteilt.
Straflager werden grau dargestellt, sie sind im ganzen Land verteilt.(Foto: Screenshot n-tv.de)

Allerdings nutzen dies Kommentatoren für teils zynische Einträge. So bezeichnete der Nutzer Preston Welch bereits vor einem Jahr den Bukchang Gulag als den bei weitem besten Ferienort, an dem er je war. Das Essen sei exquisit und der Service sogar noch besser, schrieb Welch. Eine andere Nutzerin schreibt über einen Gulag, er sei perfekt um abzunehmen und Geld zu sparen.

Doch es geht auch anders: So zitiert Google-Nutzerin Joy Devore beim Internierungslager Yodok den Erfahrungsbericht einer ehemaligen Insassin und beschreibt so die unmenschlichen Zustände des Lagers.

Internet bleibt Nordkoreas Elite vorbehalten

Nach Ansicht von Mysore sind die neuen Kartendaten "besonders bedeutend für Menschen in Südkorea", deren Vorfahren aus Nordkorea stammten oder die dort noch Verwandte haben. Dagegen werden die allerwenigsten Nordkoreaner die Karte zu Gesicht bekommen: Das Land verfügt lediglich über eine Art Inlands-Intranet mit einer sehr geringen Zahl an Nutzern. Auf das Internet kann Experten zufolge nur die Elite des Landes von wenigen hundert bis maximal tausend Menschen zugreifen.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung begrüßte die Initiative von Google. Sie stelle eine Möglichkeit für die Welt dar, mehr über Nordkorea zu wissen, aber auch für das Land, sich zu öffnen.

Google-Chef Schmidt hatte Anfang Januar drei Tage in Nordkorea verbracht. Dabei erklärte er nach eigenen Angaben, das Land werde sich nicht entwickeln, sollte es nicht für die Internet-Freiheit eintreten. Schmidt war zusammen mit dem früheren US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, unterwegs. Das US-Außenamt kritisierte die Reise als "nicht konstruktiv".

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Quelle: n-tv.de

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