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"Reconnect" in der Praxis: Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (2.v.l.), Google-Manager Wieland Holfelder (M.), ASB-Geschäftsführer Ulrich Bauch (2.v.r.) und Gabriele Kotulla von der Telekom bei der Projektvorstellung in Berlin.
"Reconnect" in der Praxis: Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (2.v.l.), Google-Manager Wieland Holfelder (M.), ASB-Geschäftsführer Ulrich Bauch (2.v.r.) und Gabriele Kotulla von der Telekom bei der Projektvorstellung in Berlin.(Foto: Google)

Laptops als Integrationshelfer: Google spendet Rechner für Flüchtlinge

Die Geräte kommen von Google, der Internetzugang von der Telekom: Mit umfangreichen Sachspenden setzen sich zwei Großkonzerne in Deutschland für eine schnelle Bewältigung der Flüchtlingskrise ein. Ab März sollen die ersten Rechner laufen.

Der US-Konzern Google stellt der Flüchtlingshilfe in Deutschland 25.000 Laptops zur Verfügung. Die Geräte sollen gemeinnützigen Organisationen überlassen werden, wie die US-Nichtregierungsorganisation NetHope mitteilte. NetHope ist zusammen mit Google an dem "Project Reconnect" beteiligt.

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Die Geräte der Modellreihe Chromebook sollen Flüchtlingen den Zugang zu Bildungsangeboten und anderen Informationen aus dem Internet erleichtern, hieß es. Google stellt die tragbaren Rechner Einrichtungen der Flüchtlingshilfe als Spende zur Verfügung. Dort können sie dann von Flüchtlingen genutzt werden. Google unterstützt das Projekt mit umgerechnet rund 4,6 Millionen Euro. Weitere Partner sind der Arbeiter-Samariter-Bund e.V. (ASB) und die Deutsche Telekom.

Gemeinnützigen Organisationen, die in Deutschland mit Flüchtlingen arbeiten, können sich um eine Spende von maximal 5000 Chromebooks bewerben. Chromebooks sind vergleichsweise einfache, kostengünstige Laptops. Über einen Internetanschlusses bekommen Nutzer - etwa in Wohnheimen, Beratungsstellen oder Begegnungsstätten - Zugang zu Online-Angeboten aller Art sowie auch zu den Schreib- und Büroprogrammen von Google.

Deutsch lernen per Online-Sprachkurs

Wie das Projekt in der Praxis funktionieren soll, demonstrierte Google Deutschland mit seinen Partnern in einer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betriebenen Flüchtlingsunterkunft im Berliner Bezirk Wilmersdorf. Dort sind derzeit rund 1200 Personen untergebracht.

Die Chromebooks seien für viele Menschen in den Unterkünften oft der einzige Weg, Kontakt mit ihren Familien aufzunehmen, sagte ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch. Außerdem könnten sie etwa durch den Zugang zu Online-Sprachkursen eine wichtige Integrationshilfe leisten.

Die mit dem Google-Betriebssystem Chrome laufenden Geräte sind mit einer Managementsoftware ausgestattet, die von den jeweiligen geförderten Organisationen noch auf eigene Bedürfnisse angepasst werden kann. Im Rahmen des Projektes will die Deutsche Telekom geförderten Einrichtungen den zum Betrieb nötigen Internetzugang bereitstellen. In Deutschland sind reguläre Chromebooks seit 2011 erhältlich.

Bewerbung ab sofort

Interessierte Organisationen können sich ab sofort um eine Unterstützung durch das "Project Reconnect" bewerben. Den Antrag dazu finden Flüchtlingshelfer hier. "Bevorzugt werden Bewerbungen von Organisationen, die aufzeigen, wie sie mit Chromebooks und Internet Flüchtlingen helfen und wichtige Ressourcen und Programme zugänglich machen können", teilte NetHope mit.

Der Bewerbungsprozess beginnt demnach mit einer E-Mail an NetHope, in der Organisationen ihr Interesse bekunden. Diese E-Mail muss spätestens am 8. Februar 2016 bei NetHope eingehen. Ausgewählte Organisationen können ab dem 1. März 2016 die Chromebooks in Empfang nehmen. Bewerbungen für die zweite Projektphase müssen bis zum 8. März 2016 eingehen.

Quelle: n-tv.de

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