Politik
Jürgen Trittin muss hoffen, dass sich die Sozialdemokraten berappeln. Sonst bleiben die Grünen trotz großer Zustimmung eine Oppositionspartei.
Jürgen Trittin muss hoffen, dass sich die Sozialdemokraten berappeln. Sonst bleiben die Grünen trotz großer Zustimmung eine Oppositionspartei.(Foto: dpa)

Fürs Regieren zu wenig: Grünen nutzen Traumwerte nichts

Es ist wie verhext für die Grünen. Seit Wochen bescheinigt ihnen der "Stern"-RTL-Wahltrend fabelhafte Umfragewerte - so auch dieses Mal wieder. Für eine rot-grüne Regierung würde es dennoch nicht reichen - und das, obwohl das Kabinett Merkel mit einer neuerlichen Umbildung Schwächen zeigt. Schuld daran ist das anhaltende Tief der Sozialdemokraten und deren Spitzenpersonal.

Die Grünen können sich weiter über einen soliden zweistelligen Umfragewert freuen. Im aktuellen "Stern"-RTL-Wahltrend legt die Ökopartei wieder 1 Prozentpunkt zu. Damit würden derzeit 15 Prozent der Bundesbürger ihr Kreuzchen bei den Grünen machen.

Für die Bundestagswahl im September bringt die grüne Kraft allerdings nicht viel. Denn was die Grünen gewinnen, verliert die SPD. Sie fällt in der Wählergunst um 1 Prozentpunkt zurück. Statt 25 Prozent in der Vorwoche würden nun nur noch 24 Prozent die Sozialdemokraten wählen. Rot-Grün käme so auf 39 Prozent der Stimmen - und das reicht nicht für die Mehrheit.

Schavan-Rücktritt kostet CDU keine Stimmen

Denn die CDU kommt schon allein auf 43 Prozent. Der Plagiatsskandal um Ex-Bildungsministerin Annette Schavan kostet die CDU also offenbar keine Stimmen. Doch auch Angela Merkels Partei würde derzeit die absolute Mehrheit verpassen, die sie bräuchte, um weiter zu regieren. Schuld ist der schwächelnde Koalitionspartner. Die FDP liegt wie schon in  der Vorwoche nur bei 3 Prozent - und würde damit den erneuten Einzug in den Bundestag verpassen.

Allein regieren könnte die CDU trotz ihrer Stärke nicht. Denn die Linkspartei steht derzeit bei 7 Prozent und käme in den Bundestag. SPD, Grüne und Linke vereinen derzeit 46 Prozent der Stimmen auf sich. Da die SPD eine Koalition mit der Linkspartei ausschließt und für die Union Schwarz-Grün bislang ein offizielles Tabuthema ist, spricht diese Konstellation für eine Große Koalition. Die Piratenpartei spielt weiterhin mit 3 Prozent keine Rolle für den Bundestag.

Steinbrück in aussichtsloser Position

Im direkten Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück kämpft der Herausforderer nach wie vor auf verlorenem Posten. Merkel wollen derzeit 59 Prozent der Deutschen als Regierungschefin - schon seit Anfang des Jahres kratzen ihre Werte an der 60-Prozent-Marke. Steinbrück dümpelt nach verpatztem Wahlkampfstart und fortgesetzten Querelen, etwa um das "Peerblog", bei 19 Prozent.

Ein bisschen optimistischer als in der Vorwoche blicken die Befragten auf die wirtschaftliche Entwicklung. 19 Prozent glauben, dass sich diese künftig verbessern wird -  immerhin 3 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Mehrheit, 44 Prozent, geht nach wie vor davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern wird.

Quelle: n-tv.de

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