Politik
(Foto: dapd)

Deckname "Primus": Half ein Ex-V-Mann dem NSU?

Dem "Nationalsozialistischen Untergrund" werden insgesamt zehn Morde angelastet. Der Prozess gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer beginnt am 17. April. Jetzt wird bekannt, dass ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes den NSU-Terroristen geholfen haben soll.

Ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes hat laut "Spiegel" möglicherweise den rechtsextremen NSU-Terroristen beim Anmieten von Autos geholfen. Bei der Suche nach Unterstützern des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) seien die Ermittler auf einen langjährigen Rechtsextremisten gestoßen, der unter dem Decknamen "Primus" bis kurz nach der Jahrtausendwende für den Verfassungsschutz gearbeitet habe.

In Unterlagen einer Zwickauer Autovermietung hätten Beamte Verträge für Fahrzeuganmietungen auf seinen Namen gefunden. Es gebe zeitliche Überschneidungen mit zwei dem NSU zugeschriebenen Morden im Juni und August 2001 in Nürnberg und München. Hinsichtlich beider Taten fehlten bisher Hinweise zu Fluchtwagen. Nach den Abrechnungen seien beide Wagen für lange Fahrten genutzt worden. Es wäre möglich gewesen, zu den Tatorten in Bayern zu kommen. Bei seiner Vernehmung Mitte Februar habe der Mann angegeben, zum fraglichen Zeitpunkt eine Baufirma betrieben zu haben, daher hätten die Fahrzeuge vermutlich zum Transport von Mitarbeitern gedient.

Als Beschuldigter wird der Ex-Mitarbeiter des Verfassungsschutzes dem Bericht zufolge bislang nicht geführt. Der Bundesanwaltschaft fehlten neben der auffälligen zeitlichen Überschneidung zusätzliche Indizien. Der Mann, der zeitweise einen rechten Szeneladen betrieben habe, kenne mindestens vier der Beschuldigten im NSU-Verfahren. Der Prozess gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer beginnt am 17. April.

Dem rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrund" werden insgesamt zehn Morde angelastet. Neun Opfer waren Kleinunternehmer mit türkischen und griechischen Wurzeln, das zehnte Opfer war eine deutsche Polizistin.

Quelle: n-tv.de

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