Politik
Gibt sein Amt auf: Michael Neumann (SPD).
Gibt sein Amt auf: Michael Neumann (SPD).(Foto: dpa)

Neumann war Sicherheits-Hardliner: Hamburgs Innensenator schmeißt hin

Als Innen- und Sportsenator war Michael Neumann ein großer Befürworter von Olympia in der Hansestadt - doch die Bürger lehnten ab. Für Neumann war das "unfassbar". Gegen Linksextreme und Kriminelle ging er mit harter Hand vor. Jetzt tritt er zurück.

Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann tritt zurück. Das gab Regierungschef Olaf Scholz (beide SPD) bekannt. Nachfolger werde der Chef des Bezirksamts Mitte, der 47-jährige Andy Grote.

Der Rücktritt von Neumann kommt nicht völlig überraschend. Das "Hamburger Abendblatt" hatte bereits Mitte Dezember berichtet, der Innensenator sei zum Rücktritt entschlossen. Als auch für den Sport verantwortlicher Senator musste er Ende November das Aus für Hamburgs Olympia-Bewerbung hinnehmen. 51,6 Prozent der Hamburger hatten in einem Referendum gegen die Bewerbung gestimmt, nur 48,4 Prozent waren dafür. Neumann hatte das Ergebnis als "unfassbar" bezeichnet.

Schanzenviertel war Gefahrengebiet

Der 45-Jährige leitete die Hamburger Innenbehörde seit der Machtübernahme der SPD unter Scholz im Jahr 2011. Er galt als "Hardliner". Unter seiner Führung ließ die Polizei das Schanzenviertel nach gewaltsamen Protesten von Linksextremisten zum Gefahrengebiet erklären. Gegen Einbrecher und Rocker bildete die Hamburger Polizei Sonderkommissionen. Auch nach den massenhaften sexuellen Übergriffen gegen junge Frauen in der Silvesternacht ließ er eine Sonderermittlungsgruppe gründen. Er warnte aber vor wenigen Tagen erst, Zuwanderer unter Generalverdacht zu stellen.

Neumann ist seit 1989 in der SPD. Nach Hamburg kam der gebürtige Dortmunder 1992, als er als Zeitsoldat ein Politikstudium begann. Bereits als 27-Jähriger zog Neumann erstmals in die Bürgerschaft ein, wurde dort innenpolitischer Sprecher, dann Fraktionschef und 2011 Innensenator. Er ist mit der Flüchtlingsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), verheiratet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen