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Der türkische Außenminister soll laut Medienberichten versprochen haben, nicht in den Niederlanden aufzutreten.
Der türkische Außenminister soll laut Medienberichten versprochen haben, nicht in den Niederlanden aufzutreten.(Foto: dpa)
Sonntag, 12. März 2017

Niederlande baten um Verzicht: Hat Cavusoglu ein Versprechen gebrochen?

Bevor der türkische Außenminister in die Niederlande reisen will, trifft er seinen deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel. Dieser bittet ihn, von Auftritten in den Niederlanden abzusehen. Cavusoglu will der Bitte laut Medienbericht nachkommen - und tut es dann doch nicht.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wurde vor seiner verhinderten Einreise in die Niederlande offenbar gebeten, auf Wahlkampfauftritte zu verzichten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung und beruft sich auf diplomatische Kreise.

Dem Blatt zufolge soll Außenminister Sigmar Gabriel bei seinem Treffen mit Cavusoglu den Außenminister die Bitte der niederländischen Regierung weitergegeben haben, auf einen Auftritt zu verzichten. Der Grund: Wahlkampfauftritte in Niederlanden würden die Gegner der Türkei und des Islams stärken. In den Niederlanden stehen am Mittwoch Parlamentswahlen an. Im Wahlkampf spielte der Umgang mit dem Islam eine wichtige Rolle.

Cavusoglu hatte Verständnis gezeigt und sich bereit erklärt, die Bitte der Niederlande zu berücksichtigen. Doch sein Versprechen hielt er offenbar nicht. Wenig später reiste er doch Richtung Niederlande, allerdings wurde ihm dort keine Einreiseerlaubnis erteilt. Wenig später wurde auch die türkische Familienministerin daran gehindert, in Rotterdam aufzutreten. Anschließend wurde sie des Landes verwiesen. Das hatte schließlich zu einem Eklat zwischen der Türkei und den Niederlanden geführt.

Erdogan droht mit Konsequenzen

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte daraufhin Konsequenzen an. Die Niederlande würden den Preis dafür bezahlen, so Erdogan. Die Türkei habe noch nicht das getan, was nötig sei. Das Verhalten der niederländischen Behörden kritisierte er als "unanständig". "Das wird nicht ohne Antwort bleiben", sagte er. Der Westen sei "islamophob" und habe sein wahres Gesicht gezeigt.

Die Türken stimmen am 16. April in einem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde. Türkische Politiker werben mit Auftritten in verschiedenen Ländern bei ihren Landsleuten, die in Westeuropa leben, für die Annahme der Verfassungsänderung. Doch in den vergangenen Tagen waren Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in mehreren Städten Europas abgesagt worden.

Quelle: n-tv.de

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