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Bruder organisierte Clausnitz-Hetze: Heimleiter hinterfragt seinen AfD-Eintritt

Ausgerechnet der Leiter der von Flüchtlingsgegnern bedrängten Unterkunft im sächsischen Clausnitz engagiert sich in der AfD. Einem Zeitungsbericht zufolge stellt der Mann seine Parteimitgliedschaft nun infrage. Merkels Aslypolitik findet er trotzdem falsch.

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Nachdem am Donnerstag rund hundert Demonstranten einen Bus mit Flüchtlingen im sächsischen Clausnitz blockiert haben, hat sich nun der Heimleiter Thomas Hetze zu seiner Parteimitgliedschaft bei der AfD geäußert. "Ich bin mir nicht sicher, ob der Eintritt richtig war", sagte Hetze der "Bild"-Zeitung. Mittlerweile sei "dort einiges ganz schön heftig". Allerdings fragte Hetze auch: "Kann man denn nicht gegen die Politik sein und trotzdem helfen?"

Wie es um Hetzes politische Einstellung wirklich steht, bleibt unklar. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, steht Hetze unter Verdacht, die Information über die Ankunft des Flüchtlingsbusses weitergegeben zu haben. Dem MDR zufolge steckt Hetzes Bruder Karsten hinter dem Auflauf der Flüchtlingsgegner. Im Gespräch mit dem TV-Magazin "Exakt" bedauerte Karsten Hetze das Geschehen. Demnach sei eine ruhige Demonstration gegen die deutsche Asylpolitik geplant gewesen. Es sei weder geplant noch zu verhindern gewesen, dass die Situation derart eskalierte, sagte Karsten Hetze weiter.

Landkreis hält an Hetze fest

Heimleiter Thomas Hetze kandidierte für das Bürgermeisteramt im zehn Kilometer von Clausnitz entfernt gelegenen Ortsteil Holzhau. In den vergangenen Monaten sprach er auf Parteiveranstaltungen und organisierte einen AfD-Stammtisch mit einem Impulsvortrag zu dem Thema "Asyl und andere politische Amokfahrten". Als Heimleiter soll sich Hetze nun um die Betreuung der Flüchtlinge in der Unterkunft in Clausnitz kümmern.

Ein Gespräch habe ergeben, dass Hetze für den Job qualifiziert sei, sagte Dieter Steinert, der Leiter der Asylstabstelle des Landkreises, der "Süddeutschen Zeitung". Von seiner AfD-Mitgliedschaft habe man zu dem Zeitpunkt nichts gewusst. Solange Hetze nicht gegen geltendes Recht verstoße, "gibt es keine Probleme". Als einer der wenigen wusste er Bescheid, wann der Bus mit den Flüchtlingen die Unterkunft erreichen würde.

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Quelle: n-tv.de

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