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Internationale Hilfsorganisationen bestätigen, wovor Aktivisten seit Wochen warnen: In Madaja blicken bis zu 20.000 Kinder einem furchtbaren Schicksal entgegen (Standbild aus einem Video aus der umkämpften Stadt).
Internationale Hilfsorganisationen bestätigen, wovor Aktivisten seit Wochen warnen: In Madaja blicken bis zu 20.000 Kinder einem furchtbaren Schicksal entgegen (Standbild aus einem Video aus der umkämpften Stadt).(Foto: REUTERS)

Grausame Folgen einer Belagerung: Helfer zählen Dutzende Hungertote

Die humanitäre Lage im syrisch-libanesischen Grenzgebiet ist katastrophal: In der belagerten Stadt Madaja sind mehrere Tausend Zivilisten akut vom Hungertod bedroht. Wer fliehen will, stirbt in Minenfeldern oder wird von Scharfschützen erschossen.

In der von syrischen Regierungstruppen belagerten Stadt Madaja sind seit Anfang Dezember nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) 23 Menschen an Hunger gestorben, darunter sechs Babys. Die Todesfälle seien in dem von MSF unterstützten Gesundheitszentrum in Madaja registiert worden, teilte die Organisation mit.

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"Dies ist ein klares Beispiel für die Konsequenzen einer Belagerung, die als militärische Strategie eingesetzt wird", sagte MSF-Einsatzleiter Brice de le Vingne. Madaja sei für die Hälfte der Einwohner "ein Gefängnis unter offenem Himmel". Mindestens 13 weitere Menschen seien bei Fluchtversuchen ums Leben gekommen, indem sie auf Landminen traten oder von Heckenschützen erschossen wurden. Madaja wird seit sechs Monaten von Regierungstruppen belagert.

Bei den Vereinten Nationen schätzen Beobachter die Zahl der dringend Hilfsbedürftigen in Madaja auf 40.000, die Hälfte davon Kinder. Trotz mehrfacher Aufforderungen verschiedener UN-Stellen, Hilfslieferungen zuzulassen, wurde dies von kämpfenden Parteien vor Ort monatelang verweigert. Zuletzt willigte die Regierung in Damaskus jedoch ein, Hilfskonvois durchzulassen.

"In höchstem Maße besorgt"

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) pocht auf einen sofortigen, ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen in die belagerten Gebiete in Syrien. "Wir sind in höchstem Maße besorgt über die Berichte und Bilder, die uns aus Madaja erreichen", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters.

Zugleich führte Seiters aus, Madaja sei nur ein Beispiel für die Not in vielen belagerten Orten in Syrien. Insgesamt harre in Syrien etwa eine halbe Million Menschen in belagerten oder schwer zu erreichenden Gebieten aus.

Quelle: n-tv.de

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