Politik
Fracking gilt als nicht ausreichend erforscht.
Fracking gilt als nicht ausreichend erforscht.

"Falsche Antwort": Hendricks will Fracking-Pläne stoppen

Am Fracking scheiden sich die Geister. Für die einen ist die Methode zur Erdgas-Förderung aus Schieferstein ein riskanter Irrweg, für die anderen eine hochinteressante Option. Umweltministerin Hendricks positioniert sich nun.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat der Förderung von Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten in Deutschland eine Absage erteilt. "Anders als die USA ist unser Land kleinräumig strukturiert und dicht besiedelt. Schon deswegen halte ich eine umweltverträgliche kommerzielle Anwendung der Fracking-Technologie bei uns für Wunschdenken", sagte die SPD-Politikerin der "Passauer Neuen Presse".

"Im Übrigen ist Fracking die falsche Antwort auf die Energiefrage. Eine Neuausrichtung unserer Energiepolitik sollte uns weg von fossilen Brennstoffen führen - unabhängig davon, woher sie kommen. Das ist nicht nur ein Gebot des Klimaschutzes, sondern macht uns auch unabhängiger von Importen."

Hendricks will Fracking gesetzlich verbieten. "Der Koalitionsvertrag ist da sehr klar: Trinkwasser und Gesundheit haben für uns absoluten Vorrang. Den Einsatz umwelttoxischer Substanzen lehnen wir ab. Das werden wir gesetzlich festschreiben."

Fuchs möchte Pilotprojekt

Unionsfraktionsvize Michael Fuchs sprach sich hingegen für ein Fracking-Pilotprojekt aus. "Wir müssen endlich darüber nachdenken, Pilotvorhaben voranzubringen", sagte der CDU-Abgeordnete den "Ruhr Nachrichten". Fracking dürfe nicht wie die Kernkraft zur Risikotechnologie abgestempelt werden. Die Diskussion über Fracking hatte sich zuletzt im Zuge der Debatte um die Abhängigkeit von russischem Erdgas wieder verstärkt.

Schon Hendricks CSU-Vorgänger Peter Altmaier hatte sich dem Fracking gegenüber sehr kritisch gezeigt. Im August 2013 hatte er gesagt: "Wir können die Umweltgefahren nicht zuverlässig einschätzen und abschätzen. Ich halte eine solche Technologie erst dann für vertretbar, wenn Schäden für Mensch, Tier und Umwelt ausgeschlossen sind. So weit sind wir noch nicht."

Quelle: n-tv.de

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