Wegen FN-BürgermeisterHerne prüft Städtepartnerschaft

Die rechtsextreme Front National in Frankreich erobert bei den Kommunalwahlen ein Dutzend Rathäuser. Auch die Partnerstadt von Herne ist dabei, vor allem Schulen und Sportvereine profitieren. Was also tun? Die Ruhrgebietsstadt will sanfte Konsequenzen ziehen.
Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich will die erste deutsche Stadt Konsequenzen ziehen. Die Stadt Herne im Ruhrgebiet prüfe, die Städte-Partnerschaft mit der französischen Stadt Hénin-Beaumont bei Lille einzufrieren. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. In Hénin-Beaumont stellt die Front National seit den Kommunalwahlen Ende März den Bürgermeister.
Es werde in den nächsten Wochen entsprechende Beratungen geben, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Herne der "Bild". "Eine Möglichkeit könnte sein, die Partnerschaft auf offizieller Ebene einzufrieren." Auf der Ebene der Vereine, Schulen und Sportmannschaften solle sich aber zunächst nichts ändern.
Ende März hatten bereits mehrere belgische Städte bekanntgegeben, dass sie wegen Erfolgen der FN die Zusammenarbeit mit ihren französischen Partnergemeinden suspendieren wollten. Die FN nimmt nach der Kommunalwahl für sich in Anspruch, zwölf Rathäuser erobert zu haben. Die Zuordnung fällt in einigen Fällen schwer, weil nicht alle dabei mitgezählten Bürgermeister als Parteimitglieder zur Wahl angetreten waren.