Politik

Milliarden verhindern Staatsbankrott: Hilfspaket rettet Ungarn

Ein Mitte der Woche verkündetes Nothilfepaket des IWF und der EU hat Ungarn nach Angaben seines Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany vor dem finanziellen Zusammenbruch gerettet. Die weltweite Finanzkrise hätte in Ungarn "zu einem Staatsbankrott mit gleichzeitiger sozialer Krise führen können, wenn wir unsere Sache nicht gut gemacht hätten", sagte Gyurcsany der Budapester Zeitung "Vasarnapi Hirek".

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union (EU) hatten Ungarn am Mittwoch einen Kreditrahmen von 20 Milliarden Euro zugesagt, nachdem die Geldmärkte des Landes infolge der globalen Finanzkrise praktisch zum Erliegen gekommen waren. Ungarn hatte sich als besonders anfällig erwiesen, da es eine hohe Auslandsverschuldung aufweist und wegen notorischer Reformversäumnisse wenig Vertrauen bei Investoren genoss. Bei der Hilfsaktion hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier Gordon Brown und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine herausragende Rolle gespielt, sagte Gyurcsany.

Seine sozialistische Minderheitsregierung habe schon mit dem Ärgsten gerechnet. "Tage hindurch trieb uns die Furcht vor dem schlimmsten Drehbuch um", schilderte Gyurcsany in dem Interview die Stimmung im Kabinett. "Dass der Forint abstürzt auf einen Kurswert zum Euro von (zuvor 250 auf) 350 bis 400. Binnen Augenblicken wäre es zu einer Inflation von 20 bis 30 Prozent gekommen, in deren Folge die Menschen ein Viertel oder ein Drittel ihres Einkommens verloren hätten."

Quelle: n-tv.de

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