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Demonstranten ziehen durch Madrid.
Demonstranten ziehen durch Madrid.(Foto: AP)

"Ihr verzockt unsere Zukunft": Hunderttausende protestieren weltweit

Der Unmut macht sich breit. Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen die Macht der Finanzmärkte. Allein in Deutschland gehen rund 40.000 Menschen auf die Straße. Vor der EZB errichten Demonstranten Zelte für einen längeren Protest. Auch in Asien, Australien und den USA gibt es Proteste.

In aller Welt haben hunderttausende Menschen in rund 1000 Städten gegen die Macht der Finanzmärkte demonstriert. Laut dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac fanden allein in Deutschland Proteste in mehr als 50 Städten statt, insgesamt kamen dazu demnach 40.000  Menschen zusammen. In Frankfurt am Main schlossen sich rund 8000 Menschen einem Protestzug zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) an. In München protestierten etwa 1000, in Hamburg 5000 Demonstranten gegen die Auswüchse des Kapitalismus und die Ungerechtigkeit des Finanzsystems.

Demonstranten versammeln sich vor dem Roten Rathaus in Berlin.
Demonstranten versammeln sich vor dem Roten Rathaus in Berlin.(Foto: dapd)

In Berlin gingen bis zu 10.000 Menschen zum Gelände vor Kanzleramt und Reichstag. Dort ging die Polizei gegen das Aufstellen von Zelten vor. Die Kundgebungen sind Teil eines weltweiten Aktionstages. Vorbild der Demonstrationen ist die amerikanische Protestbewegung "Amerika zerbröckelt" ("Besetzt die Wall Street"), die sich gegen das Finanzsystem und große Teile der Bankenwelt wendet.

In Frankfurt machten die Demonstranten ihrem Unmut mit Plakat-Parolen wie "Ihr spekuliert mit unserem Leben" oder "Ihr verzockt unsere Zukunft" Luft. "Es geht gegen die Banken, gegen die finanziellen Machthaber im System, es geht darum, dass Profite vor den Menschen stehen", erklärte der Sprecher der Bewegung "Occupy Frankfurt", Wolfram Siener. Vor der EZB errichteten Demonstranten Zelte für einen längeren Protest.

Proteste weltweit

In Europa protestierten Kritiker des internationalen Finanzsystems unter anderem in Athen, London, Rom, Paris, Madrid und Brüssel und Den Haag. In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon beteiligten sich laut Organisatoren rund 50.000 Menschen. In Italien folgten Medienberichten zufolge 150.000 Menschen in Rom dem Aufruf zum Protest der "Empörten". Am Rande der Proteste kam es zu schweren Proteste in Rom eskalieren . Dutzende wurden verletzt.

Ein Demonstrant in der japanischen Hauptstadt Tokio.
Ein Demonstrant in der japanischen Hauptstadt Tokio.(Foto: AP)

Auch in den USA protestierten wieder Tausende. In New York demonstrierten mehrere tausend Menschen im Finanzdistrikt. Umringt von einem starken Polizeiaufgebot führten Demonstranten erneut Plakate mit Aufschriften wie "Wir sind die 99 Prozent" und "Wir sind das Volk" mit.

Die Organisatoren der "Besetzt die Wall Street"-Bewegung forderten Teilnehmer auf, im Rahmen des Protestes demonstrativ ihre Konten bei der Chase-Bank zu schließen. Damit sollten sie dagegen protestierten, dass das Institut tausende Mitarbeiter entließ, nachdem es durch Milliarden vom Staat in der Finanzkrise gestürzt worden war. Auch in der Hauptstadt Washington gingen tausende Menschen gegen die "Raffgier" des Finanzsektors, für Beschäftigung und Gerechtigkeit auf die Straße.

Den Auftakt der Proteste hatten Demonstrationen im asiatisch-pazifischen Raum gebildet. Unter anderem in Hongkong, Tokio, Seoul und Sydney gingen hunderte Menschen auf die Straße.

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Quelle: n-tv.de

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