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"Keine Achtung vor Menschenleben": IS-Kämpfer ermorden Hunderte Zivilisten

Im Kampf um Mossul macht der IS auch vor der Ermordung von Zivilisten nicht Halt: 284 Männer und Jungen sollen der Terrormiliz jüngsten Berichten zufolge zum Opfer gefallen sein. Mit Bulldozern seien ihre Leichen in einem Massengrab verscharrt worden.

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Kämpfer des Islamischen Staates sollen nach einem Medienbericht in Mossul 284 Männer und Jungen hingerichtet haben. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, stammten die Opfer aus den umliegenden Dörfern der nordirakischen Stadt und waren von den Islamisten zunächst als menschliche Schutzschilde genutzt worden. Nun seien sie auf dem Gelände der ehemaligen Hochschule für Agrarwirtschaft im Norden der Stadt erschossen worden.

Dem Bericht zufolge nutzten die IS-Kämpfer Bulldozer, um die Leichen der Menschen in einem Massengrab zu verscharren. Von unabhängiger Stelle können diese Berichte kaum überprüft werden. Bereits zuvor hatte es jedoch ähnlich lautende Bericht über Gräueltaten des IS an der Zivilbevölkerung in Mossul gegeben.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Rad al-Hussein, hatte sich bereits am Freitag besorgt über Berichte gezeigt, wonach der IS Zivilisten in der Stadt festhalte, um die Offensive irakischer Sicherheitskräfte aufzuhalten. Sein Büro habe Informationen erhalten, wonach IS-Kräfte zu diesem Zweck am Montag 200 Familien aus dem Dorf Samalia und 350 Familien aus einem Vorort gezwungen hätten, nach Mossul zu gehen.

UN appelliert an irakische Armee

Ein Unicef-Warenlager im irakischen Erbil.
Ein Unicef-Warenlager im irakischen Erbil.(Foto: dpa)

Zudem prüfe man Berichte, wonach IS-Terroristen in einem nahegelegenen Dorf 40 Zivilisten erschossen haben sollen. "Wir wissen, dass der IS keinerlei Achtung vor dem menschlichen Leben hat", sagte Al-Hussein. "Daher muss die irakische Regierung alles in ihren Kräften stehende tun, um Zivilisten zu schützen."

Laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist bisher rund 3900 Zivilisten die Flucht aus der umkämpften Stadt gelungen. Anfang der Woche hatte die irakische Armee mit Unterstützung kurdischer Einheiten und des US-Militärs eine Großoffensive gegen den Islamischen Staat in Mossul gestartet. Die Operation sei bislang erfolgreich verlaufen, hieß es.

Humanitäre Hilfe aus Deutschland

Derweil stellt Deutschland angesichts der humanitären Krise in Mossul zusätzlich 34 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung. Davon würden Logistikzentren des Technischen Hilfswerkes (THW) im Nordirak finanziert, die Hilfsgüter verteilen, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Deutschland helfe auch bei der Unterbringung der Flüchtlinge und bei der Gesundheitsversorgung. Die UN erwarten, dass bis zu eine Million Männer, Frauen und Kinder fliehen könnten. "Wir müssen uns auf monatelange Stellungskämpfe einrichten, und vor allem die Türkei dürfte wieder einen enormen Flüchtlingszustrom erleben."

Quelle: n-tv.de

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