Politik
Video

Hauptbahnhof gesperrt: IS-Terroristen sollen Anschlag in München geplant haben

Offenbar plant die Terrormiliz Islamischer Staat einen oder mehrere Selbstmordanschläge in München. Entsprechende Hinweise erhält die Polizei der bayerischen Landeshauptstadt und reagiert prompt.

Wegen eines drohenden Terroranschlags der Terrormiliz IS hat die Polizei am Silvesterabend in München zwei Bahnhöfe evakuiert. Sie warnte die Menschen vor größeren Ansammlungen. "Die Hinweise, die wir vom Bundeskriminalamt erhalten haben, bezogen sich auf geplante Selbstmordanschläge am Münchner Hauptbahnhof und/oder am Bahnhof Pasing", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. "Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter." Inzwischen ist die Gefahr offenbar jedoch gebannt - die beiden Bahnhöfe sind wieder freigegeben.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.(Foto: picture alliance / dpa)

Unklar sei noch, ob alle selbst die Tat verübt hätten oder Helfer gewesen wären. "Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht", sagte Herrmann bei einer nächtlichen Pressekonferenz. "Nun sind seither schon wieder zwei Stunden vergangen. Wir hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt und dass dieser Anschlag nicht stattfindet - vielleicht weil er tatsächlich gar nicht so geplant war oder vielleicht weil die Täter jetzt davon Abstand genommen haben." Das sollten die Ermittlungen der nächsten Tage zeigen. Auch Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte gegen 2 Uhr, die Behörden sähen die Lage momentan als entspannter an als vor Mitternacht. 

550 Polizisten im Einsatz

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll es sich bei den mutmaßlichen Attentätern um sieben Iraker handeln, die sich schon in München aufhalten und namentlich bekannt sind. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen Rund 550 Einsatzkräfte waren seinen Angaben zufolge im Einsatz. Die Münchner Polizei hatte Kräfte aus dem südbayerischen Raum zur Unterstützung in die Landeshauptstadt geholt. "Zusammen mit Spezialeinheiten sorgen wir für Eure Sicherheit", teilte die Behörde über Twitter mit. Trotz intensivster Ermittlungen seien die Informationen über einen Selbstmordanschlag nicht konkretisiert worden, sagte Andrä. 

Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die "dringende Warnung" vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) beinhaltet. "Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann." Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo vor wenigen Wochen ein Fußball-Länderspiel abgesagt worden war. 

Polizisten mit schweren Waffen am Bahnhof

Die Polizei stehe in Kontakt mit allen Sicherheitsbehörden in Bund und im Land, sagte Polizeipräsident Andrä. Um 22.40 Uhr hatte die Polizei via Twitter gewarnt, die beiden Bahnhöfe zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um größere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Es sei nicht klar, wohin mutmaßliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher. Der Hauptbahnhof war abgeriegelt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen sicherten ihn.

In Brüssel war das Silvesterfeuerwerk wegen Terrordrohungen abgesagt worden. Noch am Donnerstag hatte die Münchner Polizei erklärt, in der Silvesternacht werde es im Vergleich zu den Vorjahren keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geben.  Viele Münchner ließen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, ließen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen