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Diese Jesidin schaffte es, vor dem IS aus dem Sindschar-Gebirge zu fliehen.
Diese Jesidin schaffte es, vor dem IS aus dem Sindschar-Gebirge zu fliehen.(Foto: Reuters)

Das Grauen in Mossul: IS hält wohl Tausende Sexsklavinnen

Im August erobern die IS-Terroristen das Sindschar-Gebirge im Nordirak. Die Männer werden getötet, die Frauen zu Tausenden als Sexsklavinnen verschachert, berichtet die Hilfsorganisation Wadi. Die IS-Kämpfer verhöhnen die Familien der Opfer per Telefon.

Der Einflussbereich der Dschihadisten-Miliz in Syrien und dem Irak erstreckt sich über weite Gebiete – und damit ist auch die dortige Bevölkerung der Willkür der Islamisten ausgeliefert. Besonders leiden offenbar die Jesiden unter der Herrschaft des IS. Über den Terror der Organisation berichten auch Frauen, die etwa in Flüchtlingslager im kurdischen Dohuk entkommen konnten. Und wenn der IS ein Dorf überfällt, in dem Jesiden leben, werden die Männer ermordet und die Frauen verschleppt.

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Alles deute darauf hin, dass Frauen zwischen zwölf und 50 Jahre "mehr oder weniger in die Sexsklaverei entführt werden" wird Thomas von der Osten-Sacken vom Deutschlandradio Kultur zitiert.

Dem Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi zufolge gebe es einige Belege, dass der Islamische Staat ganz systematisch während dieser Kampagne im Sindschar-Gebirge im Nordirak im August Mädchen und Frauen verschleppt habe - "nach Mossul, nach Rakka, also in die Städte, die er kontrolliert, und sie dort sowohl verkauft als auch zum Vergnügen, in Anführungszeichen, seiner Anhänger benutzt." Aus Mossul etwa gebe es Berichte über Sklavenmärkte für die verschleppten Frauen. Aus Rakka gibt es inzwischen auch verdeckt gemachte Videoaufnahmen.

Die Jesiden sind eine Minderheitsreligion im Irak, deren Mitglieder von streng gläubigen Muslimen als Ungläubige oder gar als Teufelsanbeter angesehen werden. Die Folge sei, dass die Mädchen und Frauen als Beute gelten.

Kaum Hoffnung auf Freilassung

Die Hilfsorganisation Wadi geht davon aus, dass mehrere Tausend Mädchen und Frauen in die Zwangsprostitution, also die Sexsklaverei, entführt worden sind. Aus dem Sindschar-Gebirge flohen im August 400.000 Menschen auf einen Schlag, so von der Osten-Sacken. "Wir kennen inzwischen relativ viele Familien, wo die weiblichen Familienmitglieder fehlen (…)" Über die funktionierenden Handys der Verschleppten hätten viele Verwandte direkt von den IS-Kämpfern erfahren, was mit den Mädchen und Frauen geschieht.

Geflohene Frauen erzählten "grauenvolle Geschichten von systematischer Vergewaltigung, systematischem Missbrauch in entsprechenden Einrichtungen, in den Orten, die vom Islamischen Staat kontrolliert werden". Falls die Terrormiliz zurückgedrängt werde, sei es demnach vorstellbar, dass die Sexsklavinnen einfach getötet werden.

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Quelle: n-tv.de

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