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Die Ukraine steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps.
Die Ukraine steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps.(Foto: dpa)

Kiew kann Rechnungen zahlen: IWF spendiert 18 Milliarden Dollar

Der Internationale Währungsfonds und die Ukraine schließen ein Abkommen, das dem Krisenland eine Finanzhilfe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellt. An die Hilfe sind jedoch Reformauflagen geknüpft.

Christine Lagarde mahnt Kiew im Gegenzug zu Reformen.
Christine Lagarde mahnt Kiew im Gegenzug zu Reformen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die pleitebedrohte Ukraine kann nach der russischen Annektierung der Krim auf eine schnelle internationale Milliardenhilfe zählen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) einigte sich mit Kiew vorläufig auf ein zweijähriges Hilfsprogramm von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar. Im Gegenzug soll die Ukraine mit Wirtschaftsreformen die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum schaffen.

Mit dem Abkommen könnten binnen zwei Jahren insgesamt 27 Milliarden Dollar Hilfsmittel freigesetzt werden, teilte der IWF in Washington mit. Weitere Mittel sollen von der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) kommen. Die IWF-Spitzen sollen das Abkommen im April unterzeichnen.

Die Europäische Union hatte ihre Hilfe im Volumen von elf Milliarden Euro an eine Vereinbarung der Übergangsregierung mit dem IWF geknüpft, die auf drei Eckpfeiler ruhen:

  • Neben einer bereits unabhängig von der aktuellen Krise beschlossenen Finanzhilfe von 610 Millionen Euro will die EU-Kommission ein weiteres Darlehen von einer Milliarde Euro bereitstellen.
  • Hinzu kommen soll Entwicklungsunterstützung in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro bis 2020.
  • Zudem sollen Darlehen der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung fließen. Diese sollen eine Gesamtsumme von rund acht Milliarden Euro haben.

Weitere finanzielle Unterstützung soll aus den USA kommen, wo Kreditgarantien in Höhe von einer Milliarde Dollar geplant sind. Auch Japan hatte einen Beitrag angekündigt. Direkte - also bilaterale - Zahlungen aus dem deutschen Bundeshaushalt sind nicht geplant. Die Bundesregierung sitzt aber indirekt über den IWF und über die EU finanziell mit im Boot.

Die Ukraine ist nach dem Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch dringend auf Finanzhilfen angewiesen. Unter anderem sind hohe russische Gasrechnungen noch offen.

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Quelle: n-tv.de

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