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In Los Angeles isst ein Obdachloser in einer Einrichtung der Wohlfahrt.
In Los Angeles isst ein Obdachloser in einer Einrichtung der Wohlfahrt.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

51 Millionen ohne Krankenversicherung: Immer mehr Arme in den USA

Die USA sind eine Supermacht, geben mehr Geld für Waffen aus als jedes andere Land der Welt - doch die Zahl der Armen erreicht einen neuen Höchststand. 2009 lebten 43,7 Millionen Bürger unterhalb der Armutsschwelle, also jeder siebte US-Amerikaner. Fast 51 Millionen Menschen müssen ohne Krankenversicherung auskommen.

Die Zahl der Armen in den USA hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Rund 43,7 Millionen US-Bürger - also einer von sieben - lebten 2009 unterhalb der Armutsschwelle, teilte das Statistikamt in Washington mit. Dies waren vier Millionen mehr als im Vorjahr. Gemessen an der Gesamtbevölkerung wurden 14,7 Prozent als arm eingestuft. Die Zahl der Armen ist die höchste seit 51 Jahren, der Anteil der Armen an der Gesamtbevölkerung der höchste seit 1994. Als eine der Hauptursachen für die gestiegene Armutsquote sahen die Statistiker die anhaltend hohe Joblage besser als befürchtet an.

Parallel zur Armut stieg auch die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung auf einen Rekordstand. Sie überschritt erstmals die 50-Millionen-Marke und lag 2009 knapp unter 51 Millionen. Im Vorjahr waren noch 46,3 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert. Die in diesem Jahr verabschiedete US-Gesundheitsreform in Kraft der US-Regierung soll den meisten Bürgern Zugang zu einer Versicherung bieten; allerdings sollen die meisten Maßnahmen erst in einigen Jahren greifen.

Besonders von Armut betroffen waren weiterhin Afroamerikaner und Bürger lateinamerikanischer Herkunft. Unter ihnen lag die Armutsquote bei etwa einem Viertel - und damit doppelt so hoch wie bei weißen US-Bürgern. Überdurchschnittlich hart von Armut betroffen waren Kinder und Jugendliche: Jeder Fünfte unter 18 Jahren galt als arm. Die Armutsschwelle liegt nach Festlegung der US-Statistiker bei einem Jahreseinkommen von 22.000 Dollar (17.000 Euro) für eine vierköpfige Familie.

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Quelle: n-tv.de

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