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Französische Soldaten bei ihre Ankunft in Mali.
Französische Soldaten bei ihre Ankunft in Mali.(Foto: AP)

Franzosen rücken nach Norden vor: In Mali rollen die Panzer

Bislang flogen sie Luftangriffe auf islamistische Kämpfer, um die Rebellengruppen zu schwächen. Nun versucht Frankreich, die Kontrolle über wichtige Städte zu erkämpfen – mit Bodentruppen.

(Foto: REUTERS)

Frankreich hat seine Bodenoffensive gegen die Islamisten im Norden von Mali gestartet und stellt sich auf einen langen Kampf ein. In der von Islamisten kontrollierten Stadt Diabali lieferten sich französische Spezialtruppen Gefechte mit den Aufständischen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Im Osten des Konfliktgebiets sei der Einsatz erfolgreich, sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender RTL, im Westen sei die Lage schwieriger. Es werde ein "langer Kampf", an dessen Ende das Ziel stehe, dass Mali seine Souveränität über das gesamte Staatsgebiet zurückerlange.

Zuvor seien die Bodentruppen in der Hauptstadt Bamako stationiert gewesen, dann hätten sie sich in den Norden aufgemacht, vor allem, um Diabali rund 400 Kilometer nördlich von Bamako zurückzuerobern, sagte der Minister. Dort lieferten sich französische Spezialtruppen Nahkämpfe mit den Islamisten. Die regulären französischen Bodentruppen hielten sich demnach in der Stadt Niono rund 50 Kilometer südlich von Diabali sowie in der noch weiter entfernten Stadt Markala in "Alarmbereitschaft". Eine Einheit schützt dort eine strategisch wichtige Brücke über den Fluss Niger.

Auch das Nachbarland Algerien wurde in den Konflikt verwickelt. Islamisten, offenbar aus Mali, überfielen einen Standort des Ölkonzerns BP im Osten des Landes nahe der Grenze zu Libyen und nahmen nach eigenen Angaben mehr als 40 westliche Ausländer als Geiseln, darunter US-Bürger und Franzosen. Einem Agenturbericht zufolge gab es zwei Todesopfer.

Deutschland beteiligt sich mit Transportflugzeugen

Le Drian zufolge sind noch nur 800 französische Soldaten in Mali selbst an dem Militäreinsatz "Serval" beteiligt. Die Truppenstärke soll auf 2500 Mann steigen. Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete den Militäreinsatz als "die einzige Möglichkeit", um die Islamisten aufzuhalten.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte an, Deutschland wolle "unverzüglich" zwei Transall-Transportflugzeuge der Bundeswehr nach Mali entsenden. Die deutschen Flugzeuge sollten einen Einsatz der Westafrikanische Staatengemeinschaft (ECOWAS) unterstützen, nicht aber den Einsatz Frankreichs. Frankreich habe im Gegensatz zur ECOWAS bereits Transporthilfe von anderen Staaten angeboten bekommen. So sagte etwa Belgien Transportflugzeuge und Helikopter zu, Großbritannien und Kanada boten Truppentransporter an. Die ECOWAS-Eingreiftruppe soll 3300 Mann stark sein.

Es herrsche "hoher Zeitdruck", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste und ECOWAS-Vorsitzenden, Alassane Ouattara, in Berlin. Ein Votum des Bundestags hält sie derzeit nicht für erforderlich. Ouattara verwies darauf, dass Bamako "natürlich nur eine Etappe" sei und es auch Binnenflughäfen in Mali gebe. Zudem forderte er "alle Europäer" auf, den französischen Einsatz in Mali zu unterstützen. Malis Bevölkerung müsse von "Terroristen befreit werden".

Quelle: n-tv.de

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