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(Foto: picture alliance / dpa)

Hooligans, Pegida, Salafisten: In Wuppertal prallen Extreme aufeinander

Hogesa, Pegida, Anitfa, Salafisten - Wuppertal ist heute die Demo-Hauptstadt Deutschlands. Neben Lutz Bachmann tritt auch "Scharia-Polizei"-Initiator Sven Lau auf. Die Polizei macht sich auf Probleme gefasst, es sind über 1000 Beamte im Einsatz.

Die Polizei steht in Wuppertal heute vor einer kniffeligen Situation: Die Einsatzkräfte müssen mehrere Demonstrationen absichern. Es sind vier Kundgebungen angekündigt, jede einzelne von ihnen birgt Brisanz. Schließlich könnten Hooligans, Pegida-Anhänger, Salafisten und Antifa aufeinandertreffen.

Die Polizei teilte mit, "eine Person aus dem 'salafistischen Umfeld'" habe für 15 Uhr eine Kundgebung unter dem Titel "Solidarität mit muslimischen Gefangenen weltweit" angemeldet. Es werden 400 Teilnehmer erwartet. Hauptredner ist laut "Süddeutscher Zeitung" der Prediger und Konvertit Sven Lau alias Abu Adam. Lau war Initiator der bundesweit Aufsehen erregenden "Scharia-Polizei" in Wuppertal.

Die zweite Demo wurde von "Pegida NRW" angemeldet - für den gleichen Zeitraum und im selben Stadtteil von Wuppertal. Hier werden 2000 Teilnehmer erwartet. Die "SZ" berichtet, dass der Dresdner Pegida-Initiator Lutz Bachmann hier auftreten soll. Eine Konfrontation mit der Salafisten-Demo ist nicht ausgeschlossen.

Polizei: "Straftätern geben wir keine Chance"

Kampfeslustig reist eine dritte Gruppierung nach Wuppertal an: Hooligans haben angekündigt, sich den Salafisten entgegenzustellen. Der Polizei liegen "Erkenntnisse vor, dass mehrere hundert Anhänger der so genannten 'Hogesa'" kommen werden. Auch Salafist Lau rechnet mit Problemen. Auf Facebook riet er weiblichen Anhängern von einer Teilnahme an der Kundgebung ab.

Schließlich haben mehrere gesellschaftliche Gruppen angekündigt, sich an Gegendemonstrationen zu beteiligen, unter anderem das "Wuppertaler Bündnis gegen Nazis". Auch von der Antifa wird Gegenprotest erwartet. Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung rief ebenfalls zum Protest gegen die Extremisten auf. Die Kundgebungen dürften aber nicht verboten werden: Es sei "eben auch der Preis unserer freiheitlichen Demokratie, dass man solche Aufmärsche letztlich nicht verhindern kann", sagte Jung.

Die Wuppertaler Polizei ist in Alarmbereitschaft. Laut "SZ" sind über 1000 Beamte im Einsatz. Polizeipräsidentin Birgitta Rademacher sagte: "Die besondere Brisanz dieser Situation ist uns bewusst. Wir sind gut vorbereitet. Wir werden die Sicherheit in der Stadt gewährleisten. Straftätern und Chaoten geben wir keine Chance."

Quelle: n-tv.de

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