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Im Iran werden Verurteilte in der Regel durch Erhängen getötet.
Im Iran werden Verurteilte in der Regel durch Erhängen getötet.(Foto: REUTERS)

Exekutionen auf 20-Jahres-Hoch: Iran richtet fast 1000 Menschen hin

Seit 20 Jahren wurden im Iran nicht mehr so viele Menschen hingerichtet wie im vergangenen Jahr. Fast 1000 Menschen wurden mit dem Tod bestraft, darunter auch Minderjährige.

Im Iran sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) im vergangenen Jahr fast 1000 Menschen hingerichtet worden, die höchste Zahl seit zwei Jahrzehnten. Ein großer Teil der Todesurteile sei wegen Drogenbesitzes verhängt worden, erklärte der UN-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed. Das iranische Recht sehe zudem Hinrichtungen für Korruption und gewisse sexuelle Handlungen vor.

Besonders besorgniserregend seien die Berichte über 16 Hinrichtungen von Jugendlichen unter 18 Jahren. Dies sei nach internationalem Recht "strikt und unmissverständlich" untersagt.

Shaheed gab unter Berufung auf 128 Interviews mit Iranern im In- und Ausland die Zahl der Hinrichtungen mit 996 an. Er prangerte zudem Folter, lange Einzelhaft und die Inhaftierung Hunderter Journalisten, Aktivisten und Oppositioneller an. Im vergangenen Monat hatte das UN-Komitee für Kinderrechte die Islamische Republik aufgefordert, Gesetze zu reformieren, nach denen schon neunjährige Mädchen zum Tode verurteilt oder zu Geschlechtsverkehr mit älteren Ehemännern gezwungen werden können.

Quelle: n-tv.de

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