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Dem Iran drohen wegen der neuerlichen Raketentests neue Sanktionen.
Dem Iran drohen wegen der neuerlichen Raketentests neue Sanktionen.(Foto: REUTERS)

Kampf gegen "zionistisches Regime": Irans Militär nimmt Israel ins Visier

Trotz internationaler Kritik setzt der Iran seine Raketentests fort. Gegen wen sich das Programm richtet, ist kein Geheimnis. Israel fürchtet um seine Existenz - und die jüngsten Aussagen eines hochrangigen iranischen Militärs beweisen: Die Furcht ist berechtigt.

Der Iran hat trotz drohender neuer Sanktionen seine umstrittenen Raketentests fortgesetzt. Die Islamische Republik feuerte zwei weitere Geschosse ab. Beide hätten Ziele in 1400 Kilometern Entfernung getroffen, berichteten die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim. Ein hochrangiger Kommandeur der Revolutionsgarden räumte ein, dass sich das Raketenprogramm gegen Israel richte. "Wir haben unsere Raketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern gebaut, um unseren Feind, das zionistische Regime, aus einer sicheren Entfernung treffen zu können", sagte Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh.

Die Raketen können Ziele in 2000 Kilometer Entfernung treffen.
Die Raketen können Ziele in 2000 Kilometer Entfernung treffen.(Foto: REUTERS)

Erst am Dienstag hatte der Iran nach eigenen Angaben mehrere ballistische Raketen getestet. Die USA befürchten, dass die Geschosse mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten. Bereits im Januar hatten sie Sanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen verhängt, die im Verdacht stehen, dem Iran bei der Entwicklung von ballistischen Raketen zu helfen. Nun könnten weitere Maßnahmen folgen. Zudem soll der Vorgang im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf die Agenda gesetzt werden.

Israel: Dem Iran ist nicht zu trauen

Nichtsdestotrotz betonte das Weiße Haus, dass die Tests nicht gegen das im Juli geschlossene Atom-Abkommen verstießen. Der Deal sieht eine erhebliche Einschränkung des iranischen Atomprogramms vor. Im Gegenzug werden internationale Wirtschaftssanktionen gelockert. Gegen die Einigung lief insbesondere die israelische Regierung Sturm. Nach ihrer Auffassung ist dem Iran nicht zu trauen. Sie sieht die Existenz des eigenen Staats gefährdet.

Nicht zuletzt deshalb herrscht zwischen den USA und Israel eine anhaltend eisige Stimmung. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine Einladung des US-Präsidenten Barack Obama zu einem Treffen in Washington für März ausgeschlagen hat. Obama soll davon erst aus den Medien erfahren haben.

Quelle: n-tv.de

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