Mitglieder der Al-Shabaab-Miliz nehmen im Januar an einer Militärparade in Mogadischu teil.
(Foto: REUTERS)
Sonntag, 07. März 2010
Kein Sprachenunterricht in Somalia: Islamisten verbieten Englisch
Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hat Englischunterricht und Naturwissenschaften an den Schulen in der südsomalischen Stadt Afmadow verboten. Wie der Rundfunksender Radio Garowe berichtete, hatten die Schulen sich zuvor geweigert, ihre Schüler als Kämpfer für die Miliz rekrutieren zu lassen.
An mindestens drei Schulen des von den Islamisten kontrollierten Ortes müssten die Lehrer stattdessen Arabisch und Islamwissenschaften unterrichten, hieß es. "Sie sagen, Englisch ist für die Ungläubigen und ihre Anhänger", sagte ein Lehrer.
In den vergangenen Monaten hatten Al-Shabaab-Kommandeure bereits Diskotheken und Tanzveranstaltungen, Handy-Klingeltöne und Sportveranstaltungen als unislamisch verboten. Auch Kinos sind in den von der Miliz kontrollierten Gebieten verboten.
Die Miliz, die von den USA als Terrororganisation mit Verbindungen zu Al Kaida eingestuft wird, will die Übergangsregierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed stürzen. Sie kontrolliert große Gebiete vor allem im Süden und Zentrum Somalias.
USA wollen in Offensive eingreifen
Unterdessen wollen US-Militärs nach einem Bericht der "New York Times" somalischen Truppen bei ihrer bevorstehenden Offensive gegen radikalislamische Milizen in Mogadischu helfen. Dies könnte durch amerikanische Lufteinsätze und durch verdeckte Operationen von Spezialeinheiten in dem ostafrikanischen Land geschehen, schrieb das Blatt. Die Offensive auf die Hauptstadt solle in den nächsten Wochen beginnen.
In Mogadischu kam es in den vergangenen Monaten zu heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Milizen. Tausende Menschen flohen aus der somalischen Hauptstadt. Nach der Ankündigung der Regierung, sie wolle die Islamisten in einer Großoffensive bekämpfen, zog auch die Al-Shabaab-Miliz hunderte Kämpfer aus dem von ihr kontrollierten Süden Somalias in Mogadischu zusammen. Die Übergangsregierung hatte die internationale Gemeinschaft wiederholt um mehr Unterstützung im Kampf gegen die Milizen und um die Entsendung von UN-Friedenstruppen gebeten.
Die USA seien besorgt, dass Somalia immer mehr zu einem Rückzugsgebiet für Al-Kaida-Terroristen werde, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vor allem die immer engeren Verbindungen zwischen Somalia und dem Jemen würden in Washington mit Sorge betrachtet. Die USA gehen davon aus, dass sich mehrere hochrangige Al-Kaida-Kämpfer in Somalia verstecken, hieß es.
dpa
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