Politik
Beatrix von Storch.
Beatrix von Storch.(Foto: REUTERS)

"Asyl und Euro sind verbraucht": Islamkritik soll zentrales AfD-Thema werden

Interne E-Mails zeigen den Weg, den die "Alternative für Deutschland" einschlagen will: Anti-Islamismus. Treibende Kraft ist offenbar AfD-Vize Beatrix von Storch, die die Pläne zunächst auch vor eigenen Mitgliedern geheimhalten wollte.

Die Alternative für Deutschland will Islamkritik zum zentralen Thema im neuen Parteiprogramm machen. Das berichten der "Spiegel" und der Rechercheverbund "Correctiv", denen interne E-Mails des Parteivorstands vorliegen. Darin schreibe die Vizechefin der AfD, Beatrix von Storch: "Asyl und Euro sind verbraucht, bringen nichts Neues." Die Presse werde sich auf die Ablehnung des politischen Islams stürzen "wie auf kein zweites Thema des Programms".

Der Islam sei das "brisanteste Thema überhaupt" und deshalb am besten von allen Themen für die Außenkommunikation geeignet, zitieren die Journalisten weiter aus den E-Mails. In dem derzeitigen Grundsatzentwurf für den Parteitag am 30. April in Stuttgart, den "Correctiv" öffentlich machte, spielt die Kritik am Islam eine zentrale Rolle. So richtet sich die AfD darin grundsätzlich gegen Minarette, die die Partei für "islamische Herrschaftssymbole" hält.

"Mit einem Knall öffentlich machen"

Auch der Muezzinruf soll nach dem Willen der AfD verboten werden. "Minarett und Muezzinruf stehen im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die christlichen Kirchen in der Moderne praktizieren", heißt es in dem Schreiben. Die Beschneidung muslimischer und jüdischer Kinder wird in dem Programmentwurf ebenfalls als Verstoß gegen die Menschenwürde abgelehnt.

Wie "Spiegel" und "Correctiv" außerdem berichten, gehe aus den internen E-Mails hervor, dass Beatrix von Storch solche Details über das Parteiprogramm eigentlich geheimhalten wollre. Die AfD-Basis sollte zunächst nichts davon erfahren. Entsprechende Passagen seien in den Unterlagen gestrichen worden, die für eine interne Umfrage an Parteimitglieder verschickt worden waren. Von Storchs Begründung: "Wir müssen das Thema Islam mit einem Knall öffentlich machen! Wenn wir das - noch dazu in unverbindlicher Fragemanier - vorwegnehmen, machen wir einen kommunikativen Fehler."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen