Politik

IAEA-Papier könnte entscheidend sein: Israel: Iran-Krieg steht bevor

Der israelische Staatschef Peres warnt eindringlich vor den Folgen des iranischen Atomprogramms. Der Israel extrem feindlich eingestellte Iran könne schon in einem halben Jahr über die Bombe verfügen. Man müsse jetzt handeln, das wisse die Welt. Der kommende IAEA-Bericht zum iranischen Atomprogramm könnte das weitere Vorgehen rechtfertigen.

Peres: Die Welt ist gegenüber Israel in der Pflicht.
Peres: Die Welt ist gegenüber Israel in der Pflicht.(Foto: AP)

Ein Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Schimon Peres immer wahrscheinlicher. "Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft", sagte der Staatschef im Fernsehen. Iran könne schon in sechs Monaten eine Atombombe haben, warnte der Friedensnobelpreisträger von 1994.

Peres betonte, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen notfalls auch militärisch zu stoppen. "In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen", betonte der 88-Jährige.

Zweifel auch in Berlin

Israel und der Westen vermuten seit langem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Der Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs eine "apokalyptische" Antwort angedroht. Der Westen setzt jedoch vorerst weiter auf diplomatischem Druck und Sanktionen gegen den Iran.

Allerdings gebe es nicht nur in Israel, sondern auch bei der internationalen Gemeinschaft erhebliche Zweifel am zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms, sagte der Sprecher des Außenministeriums im Berlin, Andreas Peschke. Sollte der für nächste Woche erwartete Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEA diese Zweifel weiter bestärken, müsse der diplomatische Druck auf Teheran erhöht werden.

Eine iranische Studentin protestiert in Teheran gegen die Politik der USA und Israels.
Eine iranische Studentin protestiert in Teheran gegen die Politik der USA und Israels.(Foto: dpa)

Die IAEA will nach Angaben von Diplomaten in ihrem neuen Bericht neue Details über das iranische Atomprogramm veröffentlichen. Dazu sollen unter anderem Informationen zählen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten. Auf einer Satellitenaufnahme sei weiterhin ein Stahlkörper zu sehen, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne, sagte ein Diplomat, der namentlich nicht genannt werden möchte, in Wien. Demnach hat die Atomenergiebehörde entsprechende Geheimdienstinformationen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Israel erhalten.

Iran bestreitet Vorwürfe

Der Iran bestritt, an einer Computersimulation für Atomsprengköpfe zu arbeiten. Diese Anschuldigungen seien haltlos, sagte Außenminister Ali Akbar Salehi. Zuvor hatte Teheran für den Fall eines Angriffs eine "apokalyptische" Antwort angedroht.

Allerdings gestatteten auch die neuen Details noch keine abschließende Schlussfolgerung über das Ziel des iranischen Atomprogramms. "Angesichts früherer Erfahrungen mit dem Irak ist die IAEA extrem vorsichtig hinsichtlich der Informationen, die sie in ihre Berichte aufnimmt, weil falsche Angaben benutzt wurden, um militärische Aktionen zu rechtfertigen", sagte der Diplomat. Die USA hatten ihren Krieg gegen den Irak unter anderem mit dessen angeblichen Massenvernichtungswaffen begründet. Sie wurden aber nie gefunden.

In Israel wird schon seit mehr als einer Woche eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, ein Angriff stehe nicht unmittelbar bevor, aber Israel halte sich alle Optionen inklusive eines Militäreinsatzes offen. Israelischen Medienberichten zufolge sollen die USA jedoch sehr besorgt sein, dass die Israelis ohne Vorwarnung plötzlich gegen den Iran losschlagen könnten.

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Quelle: n-tv.de

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