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Hightech-Schutzschirm gegen anfliegende Raketen: Eine Einheit des Abwehrsystems "Iron Dome" (Archivbild).
Hightech-Schutzschirm gegen anfliegende Raketen: Eine Einheit des Abwehrsystems "Iron Dome" (Archivbild).(Foto: Reuters)

Küstenstadt Eilat unter Beschuss: Israel fängt Raketen aus dem Sinai ab

Luftalarm an der israelischen Grenze: Aus dem Sinai nähern sich Raketen der Küstenstadt Eilat am Roten Meer. Das Abwehrsystem "Iron Dome" zerstört die anfliegenden Geschosse. IS-Anhänger sprechen von einem Signal an "Juden und Kreuzfahrer".

Das israelische Militär hat am späten Mittwochabend mehrere aus Ägypten abgefeuerte Raketen vor dem Einschlag in der Küstenstadt Eilat am Roten Meer abgefangen. Die von Unbekannten abgefeuerten Projektile seien vom Raketenabwehrsystem "Iron Dome" (deutsch etwa: "Eiserne Kuppel") zerstört worden, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz". Abgefangen wurden demnach mindestens drei Projektile.

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Bei dem Angriff wurde niemand verletzt. Am Tag nach dem Beschuss übernahm der ägyptische Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung für den Raketenangriff. Die Raketen seien abgefeuert worden, damit "Juden und Kreuzfahrer" wüssten, dass der "Stellvertreterkrieg" ihnen nicht nütze, heißt es in einer über IS-Kanäle im Internet verbreiteten Erklärung.

Ägyptens Grenzschützer dementieren

Ein Sprecher der ägyptischen Sicherheitskräfte im Sinai dementierte hingegen, dass Raketen von Ägypten aus abgefeuert worden seien. Die Grenzschützer hätten keine ungewöhnlichen Bewegungen registriert, hieß es. Die Terrorgruppen in der Region seien nicht in der Lage, Raketen über eine solche Distanz abzuschießen. Es handele sich um israelische Behauptungen.

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Der IS ist im Norden der ägyptischen Sinai-Halbinsel stark. Dort kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit dem Militär. Der IS-Vorläufer im Sinai, die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, hatte sich in der Vergangenheit zu Raketenangriffen auf Eilat bekannt. Zuletzt hatte es 2012 und 2010 Raketenangriffe von ägyptischem Territorium aus gegeben.

IS-Anhänger auf dem Sinai

Die Hafenstadt Eilat liegt an der Südspitze Israels und ist für das Land von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Der schmale Küstenstreifen bietet für die israelische Wirtschaft den einzigen Zugang zum Roten Meer und damit zu den wichtigen Handelsrouten nach Asien. Unter anderem gelangen hier für Israel überlebenswichtige Ölimporte an Land. Daneben spielt auch der Tourismus eine große Rolle.

In der Region auf der Sinai-Halbinsel sind auf ägyptischer Seite aufständische Nomaden, kriminelle Banden, Menschenschmuggler und islamistische Extremisten aktiv. Die Regierung in Kairo bemüht sich seit Jahren, das Gebiet zu befrieden. Dennoch herrschen dort weitgehend anarchische Zustände. Eine effektive staatliche Kontrolle existiert nicht. Immer wieder kommt es zu blutigen Überfällen auf ägyptische Sicherheitskräfte.

Explosionen im Gazastreifen

Mehrere Stunden nach dem Raketenbeschuss aus dem Sinai sind am frühen Donnerstagmorgen bei einem Luftangriff auf den Gazastreifen nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Der Angriff mit Luft-Boden-Raketen habe einen Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten getroffen, wie das Gesundheitsministerium in der Stadt Gaza mitteilte. Die Behörde geht offenbar davon aus, dass es sich bei dem Angriff um eine israelische Militäraktion handelt.

Der Luftschlag soll sich Medienberichten zufolge im Grenzort Rafa im Süden des Gazastreifens ereignet haben. Der dortige Grenzübergang stellt die wichtigste Versorgungsroute für die Menschen im Gazastreifen dar. Rafa liegt rund 200 Kilometer von Eilat entfernt an der Mittelmeerküste.

Noch ist unklar, ob die Explosionen tatsächlich mit einer etwaigen Militäraktion Israels in Zusammenhang stehen. Eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv äußerte sich zurückhaltend. Sie könne keinen israelischen Luftangriff bestätigen, erklärte sie.

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Quelle: n-tv.de

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