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Rauchschwaden auf den Golanhöhen: Israel hält sich weitgehend aus dem Syrien-Konflikt heraus - es sei denn, man sieht die eigene Sicherheit bedroht.
Rauchschwaden auf den Golanhöhen: Israel hält sich weitgehend aus dem Syrien-Konflikt heraus - es sei denn, man sieht die eigene Sicherheit bedroht.(Foto: picture alliance / dpa)

Kämpfe auf den Golanhöhen: Israel fliegt Luftangriff in Syrien

Die israelische Luftwaffe greift erneut in den Konflikt in Syrien ein: Auf den Golanhöhen fliegt Israel Angriffe nahe der Grenze. Derweil erhebt Amnesty International schwere Vorwürfe gegen das Land.

Bei einem israelischen Luftangriff im syrisch-libanesischen Grenzgebiet sind laut Aktivisten fünf Menschen getötet worden. Nach Darstellung der libanesischen Hisbollah-Miliz handelte es sich um einen Drohnenangriff nahe den Golanhöhen. Eine israelische Armeesprecherin lehnte einen Kommentar ab. Dem Bericht zufolge ereignete sich der Angriff nahe dem Ort Hader auf syrischer Seite des Golan.

Auch die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über den Angriff. Nach ihrer Darstellung befanden sich in dem zerstörten Wagen fünf Personen, darunter Hisbollah-Mitglieder, die aufseiten Assads kämpfen. Israel hält sich weitgehend aus dem Konflikt heraus, behält sich aber Angriffe vor, wenn es vitale Sicherheitsinteressen gefährdet sieht.

"Beweise für Kriegsverbrechen"

Unterdessen wirft die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" Israel vor, während des sogenannten "Schwarzen Freitags" im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Am 1. August 2014, einem Freitag, war der israelische Soldat Hadar Goldin während einer Feuerpause von Hamas-Kämpfern nahe der Stadt Rafah im Gazastreifen gefangen genommen worden. Die Armee erklärte ihn später für tot. In den Tagen nach der Entführung beschoss Israel die Region massiv. Dabei wurden Amnesty zufolge mindestens 135 Zivilisten getötet.

"Es gibt starke Beweise dafür, dass Israel durch seine unerbittliche und massive Bombardierung von Wohngebieten in Rafah Kriegsverbrechen begangen hat", sagte Philip Luther, Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms, einer Mitteilung zufolge. Die Armee habe verhindern wollen, dass die Hamas Goldin in einen anderen Teil des Küstenstreifens bringt und deshalb "unverhältnismäßig und unterschiedslos" angegriffen.

Mit Goldin als Geisel hätte Israel so wie mit dem 2006 verschleppten Soldaten Gilad Schalit erpresst werden können. Schalit war 2011 im Austausch gegen 1027 palästinensische Häftlinge freigekommen.

"Einklang mit dem Völkerrecht"

Das israelische Außenministerium schrieb in einer Stellungnahme, Amnesty International habe "ein falsches Verständnis des Völkerrechts". Der Bericht fuße auf falschen Annahmen: Die Angriffe in Rafah hätten in keinem direkten Zusammenhang mit der Entführung des Soldaten gestanden. Amnesty habe offenbar vergessen, dass damals Krieg herrschte. Alle Angriffe der israelischen Armee hätten im Einklang mit dem Völkerrecht gestanden. Vorwürfe von Fehlverhalten würden untersucht.

Im Sommer 2014 hatten Israel und militante Palästinenser 50 Tage lang gekämpft. Mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden getötet. Menschenrechtsorganisationen haben beiden Parteien vorgeworfen, während des Konflikts gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen zu haben.

Quelle: n-tv.de

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