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Parlamentspräsident Asis Dweik wird festgenommen und aus seinem Haus geführt.
Parlamentspräsident Asis Dweik wird festgenommen und aus seinem Haus geführt.(Foto: AP)

Suche nach entführten Jugendlichen: Israel verhaftet ranghohen Politiker

Auf der Suche nach drei Jugendlichen verhaftet das israelische Militär Dutzende Hamas-Mitglieder. Darunter ist auch der palästinensische Parlamentspräsident. Zudem wird bekannt, dass einer der Teenager einen Notruf absetzte - der ignoriert wurde.

Die israelische Armee setzt nach der Entführung von drei Jugendlichen im Westjordanland die Festnahmen von Mitgliedern der radikalislamischen Hamas-Organisation fort. Rund 40 Hamas-Mitglieder seien in der Nacht festgenommen worden, teilte das Militär mit. Darunter war auch Parlamentspräsident Asis Dweik.

Bei Auseinandersetzungen mit palästinensischen Demonstranten im Westjordanland töteten israelische Soldaten nach Angaben von Medizinern und Augenzeugen einen 20-jährigen Palästinenser. Ein weiterer junger Mann habe bei den Zusammenstößen in Ramallah schwere Verletzungen durch Schüsse in den Rücken erlitten, hieß es weiter.

Notruf wird bei Polizei nicht ernst genommen

Drei Schüler einer jüdischen Religionsschule in der Siedlung Kfar Ezion bei Bethlehem werden seit Donnerstagabend vermisst. Premier Benjamin Netanjahu macht die Hamas für ihre Entführung verantwortlich. Bisher hat sich keine palästinensische Organisation zu der Tat bekannt.

Unterdessen wurde bekannt, dass einer der Jugendlichen kurz nach der Entführung einen Notruf bei der Polizei tätigte. "Man hat mich entführt", habe er geflüstert. Der zuständige Polizist sei jedoch von einem Scherzanruf ausgegangen. So sei bis zur Alarmierung der Armee wertvolle Zeit verstrichen.

Nach Angaben des Büros von Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas soll Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Abbas zur Hilfe bei der Suche nach drei entführten jüdischen Teenagern aufgefordert haben. Netanjahu telefonierte den Angaben zufolge mit Abbas. "Ich erwarte von Ihnen Unterstützung bei den Bemühungen um eine Rückführung der entführten Jugendlichen und eine Festnahme der Kidnapper", habe Netanjahu gesagt.

Seit dem Verschwinden der Jugendlichen hat Israels Armee mehr als 150 Palästinenser festgenommen. Die Suche im Westjordanland, vor allem im Bereich der Stadt Hebron, läuft auf Hochtouren. In den sozialen Netzwerken startete die Armee eine Kampagne unter dem Hashtag #BringBackOurBoys.

Quelle: n-tv.de

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