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Israel wirft dem Iran vor, in Syrien und dem Libanon eine neue Front gegen das Land errichten zu wollen.
Israel wirft dem Iran vor, in Syrien und dem Libanon eine neue Front gegen das Land errichten zu wollen.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 07. September 2017

Zwei tote Soldaten in Syrien: Israelische Jets bombardieren Militärbasis

Aus dem Bürgerkrieg in Syrien hält sich Israel bisher weitgehend heraus - doch die Sorge wächst, dass das Regime im Land auch zur Bedrohung für die Israelis werden könnte. Nun greift die Luftwaffe eine Chemiefabrik im Norden Syriens an. Eine Vorsichtsmaßnahme.

Israelische Kampfjets haben syrischen Berichten zufolge in der Nacht eine Militäreinrichtung in Syrien angegriffen. Die Armee teilte mit, zwei Soldaten seien bei der Bombardierung einer Basis nahe dem Ort Masjaf in der zentralsyrischen Provinz Hama getötet worden. Nach Einschätzung des früheren israelischen Militärgeheimdienstchefs Amos Jadlin soll der Angriff einer Fabrik gegolten haben, "die Chemiewaffen und Fassbomben herstellte". Eine israelische Militärsprecherin wollte sich nicht zu den Berichten äußern.

Nach syrischen Angaben erfolgte der Angriff aus dem libanesischen Luftraum. In der Erklärung des Militärs hieß es, es handele sich um den "verzweifelten Versuch", die Moral der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach den Siegen der syrischen Armee zu stärken. Zugleich warnte die Armeeführung vor den Folgen dieser "Aggression".

Jadlin schrieb, es habe sich um keinen gewöhnlichen Angriff gehandelt. Das Ziel sei eine militärische Forschungsanlage gewesen, in der auch präzisionsgesteuerte Raketen hergestellt würden, "von denen ein Teil im nächsten Krieg eine bedeutende Rolle spielen wird". Die israelische Nachrichtenseite "ynet" meldete, es sei auch ein Waffentransport für die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah angegriffen worden. Die vom schiitischen Iran finanzierte Hisbollah unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Truppen der Regierung.

Netanjahu warnt vor neuer Front

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte dem Iran bereits Ende August vorgeworfen, er wolle von Syrien und dem Libanon aus eine neue Front gegen Israel eröffnen. Teheran baue in den Israel feindlich gesinnten Nachbarländern Werke für präzisionsgesteuerte Raketen, sagte Netanjahu. Dies könne Israel nicht akzeptieren. Zudem warf der Regierungschef den Vereinten Nationen vor, nicht gegen Waffenlieferungen an die Hisbollah vorzugehen.

Nach Einschätzung Jadlins lautete die Botschaft der Attacke, dass Israel die Herstellung strategischer Waffen nicht dulden wird und seine "roten Linien ziehen wird, auch wenn die Großmächte sie ignorieren". Nun sei eine Eskalation zu verhindern. Israel müsse sich auf eine mögliche Reaktion der Achse Syrien-Iran-Hisbollah und auf russische Proteste einstellen.

Bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Sotschi hatte Netanjahu vor zwei Wochen gewarnt, der Iran strebe den Ausbau seiner Präsenz im Bürgerkriegsland Syrien an. Wie auch der Iran unterstützt Russland den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Israel hält sich weitgehend aus dem Konflikt im Nachbarland heraus, seine Luftwaffe hat jedoch laut Medienberichten mehrmals Waffentransporte an die vom Iran unterstützte Hisbollah angegriffen, die ebenfalls an der Seite der Assad-Truppen kämpft.

Quelle: n-tv.de

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