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Noch immer ist die Umgebung um das AKW Fukushima radioaktiv verseucht. Die Bevölkerung ist besorgt.
Noch immer ist die Umgebung um das AKW Fukushima radioaktiv verseucht. Die Bevölkerung ist besorgt.(Foto: REUTERS)

Nach Fukushima-Katastrophe: Japan reaktiviert seine Atomkraftwerke

Trotz herber Kritik will Japan zur Atomkraft zurückkehren. Das Kabinett beschließt einen entsprechenden Wiedereinstieg und setzt sich damit gegen den Willen des Volkes durch. Dabei ist die Katastrophe von Fukushima gerade einmal drei Jahre her.

Die japanische Regierung hat trotz der massiven Ablehnung in der Bevölkerung den Wiedereinstieg in die Kernkraft beschlossen. Das Kabinett in Tokio verabschiedete einen Energieplan, der drei Jahre nach der Fukushima-Katastrophe den Ausstieg der Vorgängerregierung rückgängig macht. Darin wird die Atomkraft als "wichtige Energiequelle für die Grundversorgung" bezeichnet.

Industrieminister Toshimitsu Motegi betonte, die Abhängigkeit des Landes von der Atomkraft werde "durch eine Reihe von Maßnahmen" verringert. Konkrete Vorgaben zu den jeweiligen Anteilen im Energiemix macht der Plan nicht. Die Regierung könnte diese in zwei oder drei Jahren festlegen, sagte Motegi.

Japan deckte vor dem Fukushima-Unglück im März 2011 - der größten Atomkatastrophe seit Tschernobyl - knapp ein Drittel seines Energiebedarfs über die Kernkraft. Als Reaktion auf das Desaster beschloss die Regierung der Demokraten den Ausstieg. Allerdings übernahmen die Liberaldemokraten Ende 2012 die Macht.

Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Abgeordneten seiner Partei und des Koalitionspartners Neue Komeito monatelang bearbeitet, um ihre Zustimmung zum neuen Energieplan zu gewinnen. Die buddhistisch geprägte Komeito lehnt die Kernenergie ganz ab.

Japaner lehnen Atomstrom ab

Umfragen zufolge sind auch zwei Mal so viele Japaner gegen ein Wiederhochfahren der fast 50 eingemotteten AKWs, wie dafür sind. Eine Befragung der Zeitung "Asahi" im vergangenen Monat ergab, dass fast 80 Prozent der Bevölkerung den Ausstieg aus der Kernkraft wollen. Neben der Katastrophe selbst sind die anhaltenden Probleme des Fukushima-Betreibers Tokyo Electric Power (Tepco) bei der Bewältigung der Folgen Grund für die Skepsis.

Allerdings zahlt Japan einen hohen Preis für die Atompause. Es hat fast 90 Milliarden Dollar für fossile Brennstoffe ausgegeben, um den Strombedarf konventionell zu decken. Die Handelsbilanz des Inselstaates kommt wegen der Importe nicht aus den roten Zahlen heraus.

Einer Analyse von Reuters zufolge können möglicherweise zwei Drittel der japanischen Reaktoren wegen der Kosten für verschärfte Sicherheitsauflagen und anderer Faktoren gar nicht wieder ans Netz gehen. Für die japanische Atomindustrie könnte die Wende ohnehin zu spät kommen.

Die AKW-Betreiber sind auf hohen Verlusten sitzengeblieben. Die Versorger Hokkaido Electric Power und Kyushu Electric Power baten jüngst den Staat um Hilfe. Tepco musste bereits 2012 aufgefangen werden.

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Quelle: n-tv.de

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