Politik
Eine Bettlerin in der Frankfurter Innenstadt.
Eine Bettlerin in der Frankfurter Innenstadt.(Foto: dpa)

Das Risiko steigt weiter an: Jeder sechste Deutsche von Armut bedroht

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, gilt als armutsgefährdet. Für immer mehr Deutsche trifft dies zu. Den neuesten Zahlen zufolge stieg deren Zahl erneut an. Nur die Gruppen der besonders Betroffenen bleibt jedes Jahr gleich.

In Deutschland drohen immer mehr Menschen in Armut abzurutschen. Dies traf 2011 auf rund 13 Millionen Bürger zu und damit auf fast jeden sechsten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Anteil an der Bevölkerung stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Dieser Schwellenwert lag für eine allein lebende Person bei 980 Euro im Monat (11.757 Euro im Jahr), für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2058 Euro im Monat (24.690 Euro im Jahr). Staatliche Sozialleistungen sind in den Einkommen enthalten, Steuern und Sozialabgaben sind abgezogen.

Wie in den Vorjahren hatten Frauen auch 2011 ein höheres Armutsrisiko als Männer. "Dies gilt ausnahmslos für alle Altersgruppen", erklärte die Behörde. Zudem waren fast 40 Prozent der Personen betroffen, die in Haushalten von Alleinerziehenden leben. "Diese soziale Gruppe wies damit unter allen Haushaltstypen das höchste Armutsrisiko auf."

Allein lebende Personen waren zu rund einem Drittel betroffen, Familien hingegen deutlich weniger. So lag der Wert für zwei Erwachsene mit einem Kind bei 10,6 Prozent und mit zwei Kindern bei 7,7 Prozent. Besonders hoch war der Wert allerdings bei Arbeitslosen und ihren Familien: Mehr als zwei Drittel (69,3 Prozent) dieser Menschen waren von Armut bedroht.

Quelle: n-tv.de

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