Politik

Armut weit verbreitet: Jedes sechste Kind erlebt Hartz IV

Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit verdeutlichen das Ausmaß der Kinderarmut in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt wohnen 15,8 Prozent der unter 15-Jährigen in einem Haushalt, der auf Hartz IV angewiesen ist. Besonders dramatisch ist die Lage in den östlichen Ländern - hier sind es 27,1 Prozent.

Außen vor: Jedes sechste Kind lebt von und mit Hartz IV.
Außen vor: Jedes sechste Kind lebt von und mit Hartz IV.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Fast jedes sechste Kind unter 15 Jahren lebt in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Wie die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit berichtete, wachsen rund 1,74 Millionen Kinder in Deutschland in ärmlichen Verhältnissen auf. Das entspreche einer Quote von 15,8 Prozent. In den neuen Ländern sind es dem Bericht zufolge sogar 27,1 Prozent, in den alten Bundesländern nur 13,4 Prozent.

Besonders dramatisch ist die Lage im Land Berlin. Dort lebt dem Bericht zufolge mehr als jedes dritte Kind in einem Hartz-IV-Haushalt. Die Quote beträgt 36,2 Prozent. Über dem bundesweiten Schnitt liegen demnach neben allen ostdeutschen Bundesländern auch Bremen (30,7 Prozent) Hamburg (23,1), Nordrhein-Westfalen (17,7) und das Saarland (16,3). Am wenigsten ist die Kinderarmut in Bayern und Baden-Württemberg anzutreffen. Dort liegen die Quoten bei 7,6 beziehungsweise 8,8 Prozent.

Zimmermann beklagt Kinderarmut

Bei den Verhandlungen zwischen Bundesrat und Bundestag über die Hartz-IV-Reform geht es auch um die Einführung eines Bildungspakets für Kinder. Zudem soll nach den Plänen der schwarz-gelben Koalition der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene um fünf Euro auf 364 Euro erhöht werden. Die Oppositionsparteien verlangen eine Neuberechnung der Regelsätze sowie mehr Hilfen für benachteiligte Kinder.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, forderte: "Die Leistungen für Kinder in Hartz-IV-Familien müssen generell eigenständig definiert und neu bemessen werden." Das Problem der Kinderarmut sei seit Jahren bekannt, "aber gehandelt wurde nicht", beklagt sie gegenüber der Zeitung.

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Quelle: n-tv.de

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