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Dienstag, 18. Juli 2017

"Langweilig", aber "kompetent": Jugendliche würden Merkel wählen

Für viele Jugendliche unter 18 Jahren ist die Bundeskanzlerin die bekannteste Politikerin und zugleich die beste Option bei einer Direktwahl. Dabei überzeugt Angela Merkel nicht durch ihren guten Draht zum Nachwuchs, sondern durch andere Eigenschaften.

Eine Umfrage von YouGov und dem Magazin "Bravo" bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren hat ergeben, dass sich im Falle einer Direktwahl 35 Prozent der Befragten für Angela Merkel entscheiden würden. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz würden nur 10 Prozent direkt wählen. Unter den Spitzenpolitikern ist Merkel dazu noch mit Abstand die bekannteste - 94 Prozent kennen sie. Schulz' Bekanntheitsgrad liegt mit 66 Prozent deutlich unter dem der Kanzlerin.

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Die Jugend bringt die Bundeskanzlerin auf der einen Seite am ehesten mit den Begriffen "traditionell", "langweilig" und "weit weg von der Jugend", auf der anderen Seite aber auch mit Attributen wie "kompetent", "diszipliniert" und "sympathisch" in Zusammenhang.

28 Prozent sagen, dass Merkel sie unter den Politikern am meisten anspricht. Auf Platz zwei folgt mit 6 Prozent Gregor Gysi von der Linken. Grund dafür soll laut YouGov-Sprecher Holger Geißler das Mütterliche oder aus Sicht der Jungen auch das Großmütterliche sein. Das stehe für Geborgenheit und komme bei Jugendlichen wie Erwachsenen an.

Jugendliche fühlen eigene Interessen nicht vertreten

Das Interesse für Politik ist bei der jüngeren Generation zwar vorhanden, aber ein Großteil sieht die eigenen Interessen nicht durch die Politik vertreten. Immerhin ein Drittel (31 Prozent) interessiert sich ziemlich oder sehr stark für Politik, dazu glauben 80 Prozent, dass es wichtig ist, wählen zu gehen, damit die eigenen Interessen in der Politik vertreten werden. Von der aktuellen Politik richtig vertreten sehen sich dagegen die wenigsten. Nur 9 Prozent würden eine solche Aussage als positiv oder eher positiv bewerten. Gerade mal 8 Prozent glauben demnach, dass Politiker sich um die Wünsche von Jugendlichen kümmerten.

Eine echte Parteizugehörigkeit hat sich in vielen Fällen demnach noch nicht entwickelt. Jeder Vierte (24 Prozent) findet sich mit seinen Interessen und Einstellungen bei keiner Partei wieder. Am ehesten sehen sich die Jugendlichen von CDU/CSU (18 Prozent), SPD (12 Prozent) und Grünen (11 Prozent) vertreten.

Zugleich gibt nur knapp die Hälfte (46 Prozent) der 14- bis 17-Jährigen an, die Regeln des politischen Systems seien für sie verständlich. Gerade mal jeder Vierte (24 Prozent) in dieser Altersgruppe hat ein klares Bild von der Arbeit des Bundesregierung.

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Quelle: n-tv.de

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