Politik

Missbrauch unmittelbarer anzeigen: Kirche will schneller reagieren

Opfer von sexuellem Missbrauch können sich Hoffnung auf Entschädigungen machen. Die Bischofskonferenz will "sich den Entschädigungsforderungen nicht verschließen". Zudem solle Missbrauch "unmittelbarer" als bisher bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden.

(Foto: AP)

Die katholische Kirche will sexuellen Missbrauch künftig "unmittelbarer" als bisher bei der Staatsanwaltschaft anzeigen. Allerdings werde sie das nicht in jedem Fall von Beginn eines Verdachts an tun. Der zuständige Beauftragte der katholischen Kirche, Bischof Stephan Ackermann, will die überarbeiteten Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch durch Geistliche am kommenden Dienstag in Trier vorstellen. Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Matthias Kopp, wollte einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht weder "bestätigen noch dementieren".

Die neuen Leitlinien würden kirchenintern als "ein großer Wurf" bezeichnet. Sie sollen nach früheren Angaben künftig nicht nur für Kleriker, sondern erstmals auch für Mitarbeiter im Bereich der DBK gelten. Dazu zählen auch mehr als 100 Auslandsgemeinden.

Laut "Spiegel" wollen sämtliche 27 deutsche Bistümer die überarbeiteten Leitlinien sofort übernehmen. Die Ordensgemeinschaften seien um eine Übernahme gebeten worden, da sie nicht der DBK unterstehen. Dort würden abweichende Regularien erwartet.

Zur Hoffnung zahlreicher Vertreter von Missbrauchsopfern auf klare Aussagen über eine finanzielle Entschädigung sagte DBK-Sprecher Kopp: "Wir arbeiten als Deutsche Bischofskonferenz aktiv an einem Lösungsvorschlag des Runden Tisches in Berlin mit." Zuvor hatte der "Spiegel" geschrieben, Opfer von sexuellem Missbrauch könnten sich Hoffnung auf Entschädigungen machen. Die Bischofskonferenz werde "sich den Entschädigungsforderungen nicht verschließen".

Quelle: n-tv.de

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